Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Bild: © Thomas/AdobeStock

Der Wasserstoff-Spezialist Enapter plant in der Klimakommune Saerbeck in NRW die erste Massenproduktion für modulare Elektrolyseure. Wie am heutigen Mittwoch bekannt gegeben wurde, soll in der 7200-Einwohner-Gemeinde in der Mitte des Kreises Steinfurt eine Fertigungskapazität von 100.000 Elektrolyseur-Modulen pro Jahr entstehen. Die heute im italienischen Pisa bestehende Serienproduktion soll weiterhin ausgebaut werden.

Ein wesentlicher Grund für die Auswahl des Standorts im Münsterland ist das Vorhandensein von Erneuerbare-Energien-Kapazitäten – Saerbeck erzeugt mehr regenerative Energie, als vor Ort verbraucht wird. So wird auch das Betriebsgelände von Enapter vollständig mit erneuerbaren Energien aus den Saerbecker Solar-, Wind- und Biomasseanlagen sowie aus eigenen Solaranlagen und Wasserstoffspeichern betrieben.

Pinkwart: NRW wird Wasserstoffland

Für den nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) ist die Ansiedlung einer neuen Fabrik für Wasserstoff-Elektrolyseure mit bis zu 300 Arbeitsplätzen ein Beweis dafür, dass NRW auf dem Weg zum Wasserstoffland weiter vorankomme. Noch in diesem Herbst will die Landesregierung einen Fahrplan vorlegen, um die Wasserstoff-Technologie gemeinsam mit der Wirtschaft weiter voranzutreiben. „So können wir die CO2-Emissionen weiter massiv senken und zugleich ermöglichen, dass unsere Unternehmen auch künftig wettbewerbsfähig bleiben“, wird der Minister in der Mitteilung zitiert.

Christian Mildenberger, Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), betonte in einer Stellungnahme, dass die Entscheidung für Saerbeck zeige, dass der Einsatz für erneuerbare Energien unerlässlich und längst ein entscheidender Standortfaktor sei.

Kosten senken durch Massenproduktion

Enapter will durch die automatisierte Massenfertigung in Saerbeck grünen Wasserstoff weltweit auch wirtschaftlich konkurrenzfähig zu fossilen Energieträgern machen und in global benötigten Mengen bereitstellen, sagt Sebastian-Justus Schmidt, Vorsitzender und Mitbegründer von Enapter.

Der Baubeginn auf dem 76.000 Quadratmeter großen Gelände in Saerbeck, 30 km nördlich von Münster, ist nach Angaben von Enapter für Anfang 2021 vorgesehen. Die Fertigstellung und der Beginn der Produktion sollen 2022 erfolgen. (amo)

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