Das Essener Energieunternehmen Steag, der Duisburger Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel und der Dortmunder Elektrolyseanbieter Thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers arbeiten an einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung hervor. Im Zentrum der Studie steht der Bau einer Wasserelektrolyse am Steag-Standort in Duisburg-Walsum, die Strukturierung der Energieversorgung und der Betrieb der Elektrolyse sowie die Belieferung des Stahlwerks im benachbarten Duisburger Stadtteil Bruckhausen mit grünem Wasserstoff und Sauerstoff. Die Studie soll eine Grundlage für die folgende Projektentwicklung schaffen. Alle drei Parteien planen laut der Mitteilung eine Beteiligung als Investor und werden gezielt private und öffentliche Finanzmittel einwerben.
„Im Kern baut unsere Klimatransformation auf Wasserstoff“, erläutert Arnd Köfler, Produktionsvorstand bei Thyssenkrupp Steel. „Er ist der Schlüssel, um den großen Hebel umzulegen, den wir bei der Senkung der CO2-Emissionen in der Stahlindustrie haben. Dabei ist es wichtig, frühzeitig zu planen.“ Die Zusammenarbeit von drei Unternehmen aus der Region sei dabei ein wichtiges Puzzleteil. Mit dem Projekt wolle man den Grundstein für eine Wasserstoffwirtschaft in NRW legen. „Zudem geben wir mit dem Projekt Investoren die Möglichkeit, direkt in diesen Wachstumsmarkt zu investieren.“
Gute Voraussetzungen am Standort
Die unmittelbare Nähe der Standorte ermögliche eine schnelle Anbindung ans Stahlwerk: Das Projekt umfasst den Bau zweier neuer Pipelines für den Transport von Wasser- und Sauerstoff von Walsum zum weniger als drei Kilometer entfernt gelegenen Stahlwerk. Ein Anschluss ans Höchstspannungsnetz sichert die Versorgung mit grünem Strom für die Elektrolyse; Großbatteriespeicher unterstützen die Netzstabilität.
Laut Steag-Geschäftsführer Ralf Schiele könne Duisburg zur Keimzelle einer erfolgreich florierenden, grünen Wasserstoffwirtschaft werden. Zudem sichere der Aufbau und Betrieb einer Elektrolyseanlage in dieser Größenordnung langfristig den Stahl- wie auch Energiestandort Duisburg. Gleichzeitig sei das Projekt für Steag ein wichtiger Baustein im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Dabei stehen der Ausbau des Geschäfts mit Energielösungen sowie vermehrte Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien im Fokus.
Suche nach Investoren
Das Projekt soll nach Steag-Angaben für Investoren geöffnet werden: Neben der Beteiligung an der Projektentwicklung können Investoren Anteile an der neu zu gründenden Betreibergesellschaft erwerben. Die Investoren finanzieren dabei gemeinsam mit den Projektpartnern die Entwicklung und den Bau der Wasserelektrolyse sowie die Anbindung an das Stahlwerk und sichern sich durch die fixe Abnahme von grünem Wasserstoff und Sauerstoff durch Thyssenkrupp Steel stabile Cash Flows. Zusätzlich wollen sich die Projektpartner auch um öffentliche Fördermittel bewerben.
Führt die Machbarkeitsstudie zu einem positiven Ergebnis, soll unmittelbar danach mit dem Projekt begonnen werden. (amo)



