Blick auf das Gazprom-Gasverarbeitungswerk Amur.

Blick auf das Gazprom-Gasverarbeitungswerk Amur.

Bild: © Gazprom

Sie steigen und steigen und steigen. Seit Monaten scheinen die Gaspreise nur noch eine Richtung zu kennen: nach oben.

Gerade einmal ein Jahr ist es her, dass der Jahresfrontkontrakt bei weniger als 14 Euro pro MWh lag (NCG-Gebiet). Am Mittwoch notierte er bei 28,66 Euro.

40-Euro-Marke geknackt

Deutlich tiefer müssen Käufer im Day-Ahead und Frontmonat in die Tasche greifen. Hier überschritt der Preis je MWh Ende Juli die 40-Euro-Marke.

Solch hohe Gaspreise kannten Händler bislang höchstens von extremen Kältephasen. Aber im Sommer, bei Temperaturen von mehr als 20 Grad Celsius?

Angst vor möglichen Versorgungsengpässen

Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig. Da sind die nach wie vor niedrigen Speicherfüllstände. In Deutschland waren sie nach Angaben des Branchendienstes AGSI+ Anfang August gerade einmal zu 51 Prozent gefüllt.

Die durchschnittliche tägliche Einspeiserate fiel im Juli sogar hinter die Juni-Werte zurück. Das schürt Ängste vor möglichen Versorgungsengpässen im kommenden Winter.

Niedrige Speicherfüllstände

Da sind zudem die geringen LNG-Mengen in Europa. Im Juli sanken die Importe im Vorjahresvergleich um 37 Prozent, wie der Branchendienst Montel mit Verweis auf Schiffstracking-Daten berichtete. Ursache dafür ist insbesondere die hohe LNG-Nachfrage in Asien, die die Preise dort hin die Höhe treibt.

Ferner führen ein unterdurchschnittlicher Erneuerbaren-Output und hohe CO2-Preise dazu, dass Gas auch für die Verstromung herangezogen wurde.

Ausfall am Gasfeld Troll

Bullish wirkten überdies ein ungeplanter Ausfall am Gasfeld Troll in Norwegen sowie eine verringerte Durchflussrate von Russland via Mallnow nach Europa.

Sorgen bereitete schließlich das Abwarten des russischen Gaskonzerns Gazprom, weitere Kapazitäten nach Europa über die Ukraine zu buchen.

Neutraler bis bullisher Ausblick

Am Dienstag schien sich die Lage etwas zu entspannen. Am Mittwoch zogen die Gaspreise allerdings schon wieder an.

Und wie geht es weiter? Der Ausblick der Stadtwerke Heidenheim für diese Woche fällt beispielsweise laut jüngstem Börsenbericht neutral bis bullish aus. (aba)

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