Die Partner von "HyDeal Ambition" wollen grünen Wasserstoff zum Preis fossiler Brennstoffe anbieten. (Symbolbild)

Die Partner von "HyDeal Ambition" wollen grünen Wasserstoff zum Preis fossiler Brennstoffe anbieten. (Symbolbild)

Bild: © Alexander Limbach/AdobeStock

Unsichere Rahmenbedingungen für Investitionen, hohe Kosten für grünen Wasserstoff, mangelnde Technologieoffenheit und eine bremsende Bürokratie hemmen den Wasserstoff-Hochlauf. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie von Advyce & Perlitz und PSvdL Consulting. Die Autoren haben mit mehr als 50 Experten, Branchenvertretern und Entscheidungsträgern aus acht Branchen der Wasserstoffwertschöpfungskette Tiefen-Interviews geführt.

Für die Energieversorger kommen die Verfasser der Analyse zum Ergebnis, dass einige bereits heute eine klare Wasserstoffstrategie entwickelt haben, während andere das Thema vorerst beobachten bzw. nachgelagert behandeln.

Viele Pilotprojekte auf den Weg gebracht

Die Branche habe bereits eine Vielzahl von Pilotprojekten initiiert. Diese Projekte decken ein breites Spektrum ab, angefangen bei der Wasserstofferzeugung mit Elektrolyseuren, über die Versorgung von Industrieunternehmen und Tankstellen, bis hin zum Einsatz von Wasserstofffahrzeugen oder der Wärmeversorgung im Endkundenbereich.

Die Verbesserung der Investitionssicherheit sei branchenübergreifend für die Akteure von entscheidender Bedeutung, da insbesondere technische Projekte oft lange Vorlaufzeiten sowie Investitionszyklen von bis zu 20 Jahren aufweisen. Essenziell sei eine klare Vorstellung von erwartbaren Renditen im zeitlichen Verlauf.

Auf die Infrastruktur kommt es an

Auf Erzeuger- und Abnehmerseite werde insbesondere dort schon investiert, wo die Nähe zum Wasserstoff-Kernnetz absehbar ist und/oder die politische Unterstützung vorhanden ist. Beispiele politischer Fokussierung sind die energieintensiven Industrien oder die Verkehrsbranche. Insbesondere förderlich sei die in Aussicht gestellte Entlastung bei den Mehrkosten durch den Wasserstoffeinsatz. Wo politische Entscheidungen noch ausstehen, z.B. beim Einsatz von blauem Wasserstoff oder im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung, würden Investitionen dagegen kaum getätigt.

Auf Infrastrukturseite hemmt die fehlende Regulierung zum Aufbau des Netzes und der Speicher laut der Studie Investitionen, z.B. hinsichtlich der Netzentgelte. Auch ein transparentes Bild über Wasserstoffquellen- und Senken würde den Marktteilnehmenden Investitionsentscheidungen erleichtern.

Finanzierung spielt zentrale Rolle

Branchenübergreifend gelte, dass dort Investitionsentscheidungen getroffen werden, wo es ein klares Bild über die Infrastrukturanbindung, die verfügbare Menge Wasserstoff, das politische Zielbild und die Finanzierung gibt.

Zudem sei die Preisentwicklung für in Deutschland erzeugten grünen Wasserstoff kaum absehbar. In den Branchen bestehen Zweifel, ob dieser zu den von der Politik vorgegebenen Quoten und Zeitpunkten in einem ausreichenden Umfang sowie zu wettbewerbsfähigen Kosten zur Verfügung stehen wird. Branchenübergreifend wird erwartet, dass grüner Wasserstoff auch in absehbarer Zukunft im Preis nicht mit anderen Energie- und Dekarbonisierungstechnologien konkurrieren kann.

Unübersichtliche Förderung

Die Interviewpartner wünschen sich auch eine Verbesserung der aktuellen Förderlandschaft. Kritikpunkte sind die hohe Komplexität auf Landes- bis EU-Ebene sowie nicht ausreichende Förderinstrumente für bestimmte Sektoren. Im Kern wird eine Beschleunigung und Vereinfachung der Förderprozesse, sowie die Fokussierung auf die für das Gesamtsystem relevanten Bereiche, als zwingend notwendig erachtet.

Insgesamt setzen sich die Verfasser der Analyse dafür ein, bessere Anreize für Investitionen zu schaffen. Wichtig sei es zudem, den Wasserstoffhochlauf technologieoffen zu gestalten alle wirtschaftlichen Akteure einzubeziehen. Es brauche eine gemeinsame Zielbilddefinition sowie eine ganzheitliche Betrachtung des Aufbaus einer Wasserstoffwirtschaft. Das Förderregime müsse von der Politik auf „maximale Effektivität“ ausgerichtet werden. Unabdingbar sei eine gezielte Weiterentwicklung der Nationalen Wasserstoffstrategie durch die Bundesregierung. (amo)

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