Stuttgart prescht beim Klimaschutz voran.

Stuttgart prescht beim Klimaschutz voran.

Bild: © Flashfranky/Pixelio

Der Zuschlag für sämtliche Lose der Strom‐ und Gaslieferung ab dem 1. Januar 2022 wurde an die Stadtwerke Stuttgart Vertriebsgesellschaft mbH vergeben. Dies hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 1. Juli beschlossen, wie die Landeshauptstadt mitteilt.

Stuttgart mache damit einen weiteren großen Schritt in Richtung klimaneutrale Stadtverwaltung: Bis 2030 will die Verwaltung ihre Gebäude ohne fossile Energien betreiben. Mit der Vergabeentscheidung für Strom‐ und Gaslieferungen folgt der Gemeinderat dem Vorschlag der Energieabteilung des Amts für Umweltschutz auf Basis der Ergebnisse einer europaweiten Neuausschreibung der Energielieferverträge. Diese werden nun für die nächsten drei Jahre abgeschlossen, mit der Option auf Verlängerung um weitere zwei Jahre.

Gesamtvolumen von 60 Mio. Euro

Das Gesamtvolumen für den Ökostrombezug über alle Lose und fünf Jahre beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro, das Gesamtvolumen für sämtliche Gaslieferungen für fünf Jahre auf rund 60 Millionen Euro. Die bestehenden Energielieferverträge Strom und Gas für die städtischen Liegenschaften mit den Stadtwerken Stuttgart Vertriebsgesellschaft mbH, Lichtblick SE, Mitgas Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH und Thüga Energie GmbH seien zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt, teilt die Stadt weiter mit.

Die Stadt Stuttgart habe hohe Qualitätskriterien an die Beschaffenheit und den Ursprung des zu beziehenden biogenen Gases definiert. Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, sagt: „Neben der Einhaltung eines sehr guten CO2-Faktors haben wir sichergestellt, dass das Gas nicht aus in Konkurrenz zu Nahrungsmittel stehenden Pflanzenbestandteilen wie Mais, Holz oder Getreide gewonnen wird. Auch auf Gas, das aus Gülle erzeugt wurde, haben wir verzichtet, um die Gewinnung von biogenem Gas aus Massentierhaltung zu vermeiden.“

Landeshauptstadt hofft auf Nachahmer

Stuttgart wolle mit gutem Beispiel vorangehen. 100 Prozent Ökostrom für die Gebäude und Anlagen der Stadt beziehe man bereits seit 2012. Der biogene Anteil der städtischen Gaslieferungen lag bisher allerdings nur bei 4,5 Prozent. Bürgermeister Pätzold führt in der Mitteilung aus, dass die Stadt durch die Steigerung auf einen Anteil von 35 Prozent eine CO2-Reduktion von 14.797 Tonnen CO2 pro Jahr erreichen werde. „Damit wird der Ausstoß der Stadtverwaltung an Treibhausgasen mit einem Schlag um rund 22 Prozent reduziert.“

Stuttgart will klimaneutrale Landeshauptstadt werden. Unter anderem soll der Betrieb der städtischen Liegenschaften bereits 2030 klimaneutral erfolgen. Hierfür wurden bereits zahlreiche Maßnahmen vom Gemeinderat beschlossen: Der Neubau von städtischen Gebäuden erfolgt grundsätzlich auf Plusenergie‐Niveau, saniert werden bestehende Gebäude auf so hohem energetischen Niveau, dass sie anschließend klimaneutral betrieben werden. Auch ein Stuttgarter CO2-Preis wurde bereits im Jahr 2020 beschlossen. Er beträgt aktuell 65 Euro pro Tonne CO2 und wird zum 1. Januar 2022 auf 80 Euro pro Tonne erhöht. Bei städtischen Wirtschaftlichkeitsrechnungen werden klimaschonende Maßnahmen so monetär bewertet, teilt die Stadt mit. (amo)

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