Die Thüringer Energie AG (TEAG) hat ein Konsortium aus MAN Energy Solutions und dem Generalunternehmer MMEC Mannesmann GmbH mit dem Bau eines Gasmotorenkraftwerks in Jena beauftragt. Der Thüringer Versorger will dadurch das bestehende Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk am selben Standort erweitern. Die neue Anlage soll in der Heizperiode 2021/22 den Betrieb aufnehmen. Laut MAN Energy Solutions wird die Anlage - bestehend aus fünf Gasmotoren vom Typ MAN 20V35/44G TS mit einer Leistungsfähigkeit von je 12,6 MW und einer Gesamtkapazität von rund 63 MW - nach Fertigstellung die leistungsstärksten in Deutschland installierten Gasmotoren betreiben.
Dank zweistufiger Turboaufladung sollen die Aggregate zudem besonders effizient sein. Die Flexibilität des Kraftwerks wird zusätzlich durch einen Wärmespeicher mit einer Kapazität von rund 600 MWh gesteigert. Die Kraftwerkserweiterung ist Teil eines umfangreichen Modernisierungsprojekts mit dem Ziel, den CO2-Ausstoß des in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betriebenen Heizkraftwerks (HKW) Jena nahezu zu halbieren. "Der unterschriebene Vertrag ist auch ein Pakt für den Klimaschutz", erklärt deshalb Teag-Vorstandssprecher Stefan Reindl. Dafür investiert das kommunale Unternehmen rund 80 Mio. Euro in den Fernwärmestandort.
Volllast in drei Minuten
"Wir installieren in Jena nicht nur die größten Gasmotoren Deutschlands, sondern erreichen zudem Nutzungsgrade jenseits der 90 Prozent bei einer gleichzeitig hohen Stromkennzahl von größer eins", verdeutlicht Hajo Hoops, Senior Manager im Kraftwerksbereich bei MAN Energy Solutions. Die Maschinen erreichten Volllast in drei Minuten und könnten nach Bedarf zu- oder abgeschaltet werden. Das ermögliche den Kunden eine betriebs- und marktoptimierte und sehr flexible Fahrweise. Kombiniert mit einem Wärmespeicher, wie in Jena, könne mit dem Kraftwerk auf Preissignale am Strommarkt reagiert und zugleich eine sichere und hocheffiziente Wärmeversorgung jederzeit gewährleistet werden.
MAN Energy Solutions ist nach eigenen Angaben ein führender Anbieter von Gasmotorenkraftwerken zur Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland. Im Februar hat das Unternehmen ein 30 MW Kraftwerk am Standort Stuttgart Gaisburg für EnBW in Betrieb genommen, im Mai eine Anlage für die Stadtwerke Schwäbisch Hall, die ebenfalls einen 35/44G TS Motor einsetzt. Eine 51 MW starke KWK-Anlage für die Stadtwerke Frankfurt (Oder) soll in der Heizperiode 2021/22 den Betrieb aufnehmen. (hoe)



