Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Bild: © Andreas Arnold/dpa

Der Wandel des Ruhrgebiets hin zu einer Wasserstoffhochburg der Zukunft nimmt weiter Gestalt an. Bereits am Dienstag verkündete der Dortmunder Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas, 25 zusätzliche Stellen zu schaffen, um den Aufbau eines Wasserstoff-Startnetzes aus dem bisherigen Erdgasnetz heraus voranzutreiben.

Das Netz soll 800 Kilometer lang und Ausgangspunkt für den schrittweisen Übergang in den Wasserstofftransport sein. "Mit dieser Investition in Personal und Know-how gehen wir als Fernleitungsnetzbetreiber in Vorleistung", wird Thyssengas-Chef Thomas Gößmann in einer Presseaussendung zitiert.

45 Absichtserklärungen als Grundlage

Bislang gebe es keinen gesetzlichen Auftrag für den Aufbau eines Wasserstoffnetzes, obwohl Nachfrage und Potenzial gegeben seien. "Ich bin jedoch davon überzeugt, dass ohne unsere Initiative ein schneller Wasserstoff-Hochlauf nicht gelingen wird."

Grundlage für die Wasserstoff-Netzplanung sind demnach rund 45 Absichtserklärungen, die Thyssengas im Rahmen einer Marktabfrage des Verbands FNB Gas mit potenziellen Wasserstofferzeugern und -abnehmern geschlossen hat. Über die 800 identifizierten Leitungskilometer sollen diese künftigen Kunden ab spätestens 2030 zuverlässig mit Wasserstoff versorgt werden.

Vor allem Ingenieure gesucht

Thyssengas sucht insbesondere Ingenieure, die die Umwidmung bestehender Leitungen und ergänzende Leitungsbauprojekte für das Wasserstoffnetz begleiten sollen. Aber auch in den Bereichen Vertrieb, Personal, Finanzen und Kommunikation sucht das Unternehmen Verstärkung. Thyssengas betreibt nach eigenen Angaben ein rund 4400 Kilometer langes Fernleitungsnetz, über das heute noch überwiegend Erdgas transportiert wird.

Am Mittwoch gab der Duisburger Stahlkonzern Thyssenkrupp bekannt, eine Absichtserklärung mit dem Mineralölriesen BP zur Entwicklung einer langfristigen Versorgung mit kohlenstoffarmem Wasserstoff und Strom aus erneuerbaren Energien in der Stahlproduktion unterzeichnet zu haben.

Bis 2045 klimaneutraler Stahl

Thyssenkrupp verursacht nach eigenen Angaben zweieinhalb Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland. Verantwortlich sind dafür hauptsächlich die in Duisburg betriebenen Hochöfen.

Durch die Umstellung der kohlebetriebenen Hochöfen auf Direktreduktionsanlagen, in denen Eisenerz mit kohlenstoffarmem Wasserstoff reduziert wird, will der Konzern die Stahlherstellung perspektivisch klimaneutral aufstellen. Thyssenkrupp hat sich vorgenommen, seinen Stahl bis 2045 klimaneutral zu produzieren.

"Wichtiger Meilenstein"

Im Rahmen ihrer Absichtserklärung wollen die Unternehmen zuerst die Möglichkeiten einer Versorgung mit blauem und grünem Wasserstoff sowie mit Strom aus Wind- und Sonnenenergie in Form von Stromabnahmeverträgen prüfen.

Die Übereinkunft sei ein "wichtiger Meilenstein" für das Unternehmen, um die Weichen für eine zuverlässige Energieversorgung in der Zukunft zu stellen, heißt es. (aba)

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