Preem, Schwedens größter Hersteller von Kraftstoffen, spielt eine herausragende Rolle bei der Umstellung auf Wasserstoff.

Preem, Schwedens größter Hersteller von Kraftstoffen, spielt eine herausragende Rolle bei der Umstellung auf Wasserstoff.

Bild: © Adobe Stock/Thomas

Eine Wasserstoffwirtschaft hat für die Metropolregion Hamburg enormes Potenzial. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Branchennetzwerks Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH), für die im April rund 190 Mitgliedsunternehmen kontaktiert wurden. Ein Viertel der Befragten gab an, dass die Wasserstofftechnologie nicht nur sehr wichtig, sondern sogar essenziell für ihre wirtschaftliche Entwicklung im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie sei, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Als Hafen-, Industrie- und Innovationsstandort hat die Metropolregion Hamburg die einmalige Chance, neue Strukturen aufzubauen und sich noch engmaschiger mit regionalen und internationalen Partnern zu vernetzen. Der Aufbau einer sektorenübergreifenden Wasserstoffwirtschaft ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Von entstehenden Synergien profitieren alle Beteiligten. Langfristig gesetzte klare Rahmenbedingungen und intelligente Anreize seitens der Politik sind daher das Gebot der Stunde“, lässt sich EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens in der Mitteilung zitieren.

Uneinigkeit bei der Regionalität

Eine norddeutsche Wasserstoff-Kooperation wird demnach von über 80 Prozent der Befragten als wichtig oder essenziell angesehen. Bei der Frage nach der Regionalität scheiden sich jedoch die Geister. Große Einigkeit herrscht hinsichtlich der Bedeutung einer Wasserstoffwirtschaft für regionale Wertschöpfungsketten: Gut 60 Prozent der Teilnehmer halten sie für sehr bedeutend, ein Drittel für wichtig. Eine Mehrheit von 64 Prozent sieht aber noch fehlende Glieder in der Wertschöpfungskette am Standort Hamburg. Außerdem erwähnen die Befragten Handlungsbedarf bei der Regulatorik, Fragen zu den Verteilnetzen, langwierige Baugenehmigungen, unzureichende (finanzielle) Anreize sowie gleichzeitig hohe Steuern und Abgaben.

Die Umfrageteilnehmer sehen verschiedene Faktoren als besonders wichtig für die Hochlaufphase einer Wasserstoffwirtschaft an. Gleich hinter einer verbesserten Regulatorik und Planbarkeit rangiert eine stabile Abnehmerstruktur, die zwei Drittel als besonders entscheidend erachten. Die Hälfte der Befragten stuft auch jeweils eine kontinuierlich steigende Abnahme und die Skalierbarkeit der Elektrolyseure als wichtigste Voraussetzungen für den Hochlauf ein. 

Alle Farben des Wasserstoffs im Blick

Rund 18 Prozent sehen durchaus ein Nebeneinander von grünem und blauem Wasserstoff und sogenanntem türkisfarbenen Wasserstoff (Methan mit Kohlenstoffabscheidung). Für eine Übergangszeit sehen viele Befragte dies als durchaus legitim an. Andere sehen darin ein Festhalten an fossilen Rohstoffen und befürchten, dass so die Neuausrichtung der Wirtschaft weiter verzögert werde.

Wasserstoffimporte per Schiff halten 47 Prozent der Befragten in zehn Jahren für wahrscheinlich, 25 Prozent bereits in fünf Jahren und weitere 25 Prozent erst in 15 Jahren. Auch für die leitungsgebundene Einfuhr nennen die Befragten allerdings je zur Hälfte einen Zeithorizont von zehn oder 15 Jahren.

Importe aus der EU bevorzugt

Kein Land hat bei der Export-Frage eindeutig die Nase vorn, fast jeder Kontinent wird als potenzieller Wasserstofflieferant in Erwägung gezogen: von Chile über Island, Schottland und Skandinavien zu Saudi-Arabien, (Nord-)Afrika, Russland und Australien. Doch eine klare Mehrheit von über 80 Prozent der Befragten spricht sich für Importe aus anderen EU-Ländern, Norwegen und dem Vereinigten Königreich aus. Wichtiger als die Herkunft stufen die Befragten die Erzeugung ein. So forderten drei Viertel der Befragten den Import von nachhaltig produziertem grünen Wasserstoff. (amo)

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