Der Gaspreisdeckel spielt auch im Geschäftsbereich bei Neuabschlüssen offenbar keine Rolle mehr. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie-Abnehmer, kurz VEA, lagen die durchschnittlichen Großhandelspreise im dritten Quartal dieses Jahres deutlich unterhalb von sieben Cent pro kWh.
Demnach fielen die Preise allein seit April um 15 Prozent. Die Bundesregierung hatte für Unternehmen einen Preisdeckel von sieben Cent pro kWh eingezogen, der für einen Großteil des Verbrauchs gilt.
Mittelwert bei 6,78 Cent pro kWh
Nach VEA-Angaben lag der Mittelwert in 50 betrachteten Netzgebieten im dritten Quartal bei 6,78 Cent pro kWh. Dabei werden alle Kosten berücksichtigt, also nicht nur der Großhandelspreis, sondern beispielsweise auch Netzentgelte und Umlagen.
Im billigsten Netzgebiet kostete die Kilowattstunde Gas demnach 6,50 Cent pro kWh. Im teuersten waren es 7,12 Cent.
Gasmarkt noch immer nervös
Von einem Ende der Krise kann aber weiterhin nicht die Rede sein. Der Gasmarkt sei immer noch nervös, teilt der VEA mit. Eine Reihe von Lieferanten unterbreiteten aktuell keine Lieferangebote für Sondervertragskunden mehr.
"Daher erhalten viele Industrieunternehmen nur noch wenige, im Einzelfall auch gar keine Lieferangebote mehr", heißt es. Der Verband warnt: Da ohne eine Gasversorgung die Unternehmen gar nicht mehr produzieren könnten, drohten große Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland. (aba)



