Die Biomethananlage in Brandis bei Leipzig

Die Biomethananlage in Brandis bei Leipzig

Bild: © Baywa.r.e

Die Biokraftstoffverbände im Bundesverband Bioenergie (BBE) haben sich für eine Anhebung der Treibhausminderungsquote (THG-Quote) ausgesprochen. Das schreibt der Verband in einem Positionspapier zur nationalen Umsetzung der novellierten Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED III).

Die RED III verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten dazu, den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehr bis zum Jahr 2030 auf mindestens 29 Prozent zu steigern. Zudem wurde in der Richtlinie festgelegt, dass von den Staaten alternativ zu dem Erneuerbarenziel eine Treibhausgasminderung im Verkehr von mindestens 14,5 Prozent festgelegt werden kann.

Mindestens 37 Prozent

Sowohl für bestehende als auch neuzugelassene Quotenerfüllungsoptionen bedürfe es eines ambitionierten THG-Quotenniveaus, um "absehbare zusätzliche Potenziale, vollumfänglich auszuschöpfen", so der BBE.

Der BBE sieht dieses Niveau bei mindestens 37 Prozent im Jahr 2030. Eine solche THG-Quote würde dafür sorgen, dass das Potenzial aller verfügbaren Quotenerfüllungsoptionen zugunsten einer optimalen CO2-Reduktion im Verkehrssektor ausgeschöpft und Substitutionseffekte vermieden würden, so der Vorschlag der Biokraftstoffverbände.

Bislang sieht das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) für das Jahr 2030 eine THG-Quote von 25 Prozent vor. Analog schlagen die Verbände bei Abschaffung aller Multiplikatoren zudem eine THG-Quotenhöhe von mindestens 20 Prozent im Jahr 2030 vor, um die nötigen Marktanreize zu schaffen.

Diese Anreize sind für die Branche dringend notwendig. Der Biomethanmarkt ist aktuell von zahlreichen Turbulenzen geprägt. Im aktuellen Branchenbarometer Biomethan zählt die Deutsche Energie-Agentur (Dena) die drohenden Insolvenzen von Händlern, die Preisschwankungen und die verdächtigen UER-Projekte aus China, die einen Verfall des THG-Quotenpreises verursacht hatten.

Die Marktumfrage zum "Branchenbarometer Biomethan" führt die Dena seit 2012 durch. In den Ergebnissen sind Datenerhebungen, Einschätzungen, Meinungen und Prognosen der Branchenakteure zu Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen des Biomethanmarktes enthalten.

Positive Signale

Trotz der Turbulenzen wird eine steigende Nachfrage, besonders für Bio-LNG, erwartet, teilt die Dena weiter mit. Auch zeige sich auch vor dem Hintergrund der Pläne zur Transformation der Gasverteilnetze, ein Anstieg bei Planungs- und Bauaktivitäten.

Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der Dena, zeigt sich entsprechend optimistisch. "Der Biomethanmarkt in Deutschland zeigt sich resilient und anpassungsfähig: Trotz erheblicher Herausforderungen nutzt die Branche die Krise als Chance zur Neuausrichtung und zur Erschließung vielversprechender Zukunftsmärkte", sagt sie im aktuellen Dena-Branchenbarometer. (am)

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