Michael Ebling (SPD) ist Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) und Oberbürgermeister der Stadt Mainz.

Michael Ebling (SPD) ist Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) und Oberbürgermeister der Stadt Mainz.

Bild: © Stadt Mainz

Wie lässt sich grüner Wasserstoff in der Praxis nutzen, um die Klimaziele zu erreichen? Welche Rahmenbedingungen brauchen Stadtwerke und kommunale Unternehmen dafür? Antworten gibt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit seinem neuen Positionspapier "Zukunft des Wasserstoffs".

In dem Schreiben skizziert der Spitzenverband eine Strategie zur Transformation der Gasinfrastruktur zu Wasserstoffnetzen als einen wesentlichen Baustein, um das Energiesystem zu dekarbonisieren. 18 Beispiele sollen dabei zeigen, wie Wasserstoff in der Praxis gehe.

VKU: Upgrade fürs Netz

"Unser gemeinsames Ziel für den weiteren Transmissionspfad muss es sein, die zukünftigen Wasserstoffnetze organisch aus der bestehenden (Erd-)Gasinfrastruktur zu entwickeln. Für Wasserstoff müssen wir zumeist kein neues Netz erfinden: Es reicht, wenn unser bewährtes Netz ein Upgrade bekommt", erläutert Michael Ebling, Präsident des VKU.
 
18 Praxisbeispiele aus der Kommunalwirtschaft sollen zeigen, wie Wasserstoff bereits heute lokal eingesetzt werden kann. Das Spektrum reicht von H2-Anwendungen für Industrie bis zur Versorgung von Gewerbe- und Privatkunden mit grüner Wärme. Kommunale Unternehmen nutzen zudem Synergieeffekte zwischen verschiedenen Sektoren, um Wasserstoff zu gewinnen, etwa bei der energetischen Abfallverwertung, und ihn noch effizienter einzusetzen.

Fünf Forderungen

Kommunale Unternehmen testeten zudem, wie man Sauerstoff und Abwärme, die wie Wasserstoff bei der Elektrolyse entstehen, zur Abwasseraufbereitung einsetzen kann. Dies könne potenziell den großen Energiebedarf der Anlagen senken. "Kommunale Unternehmen sollten bei der Nationalen Wasserstoffstrategie stärker berücksichtigt werden", betont Ebling.

Fünf Forderungen sieht der Verband als zentral an:

  1. Technische Kompatibilität mit klimaneutralen Gasen
  2. Verteilnetze für Wasserstoffbeimischungen und reinen Wasserstoff fit machen
  3. Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff in den Netzen soll in zwei Phasen ablaufen
  4. Ertüchtigung der Infrastruktur durch einen gemeinsamen Regulierungsrahmen ermöglichen
  5. Klimaneutral erzeugte Gase im Wärmemarkt (jk)
Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper