Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Bild: © Adobe Stock/malp

Welche Rolle die Pyrolyse für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft spielen kann, untersucht die Thüga mit weiteren Projektpartnern in einer Machbarkeitsstudie. Im Fokus stehen technische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Fragen, wie das Unternehmen mitteilt.

Wasserstoff gilt als Schlüsselelement für eine erfolgreiche Energiewende. Noch nicht geklärt ist allerdings die Frage, wie die benötigten Mengen produziert werden können. Vor allem im windschwachen Süden der Bundesrepublik mangelt es an erneuerbarem Strom für die Elektrolyse von grünem Wasserstoff. Eine Option bietet hier das Pyrolyseverfahren, ist man bei der Thüga überzeugt. Dabei wird Methan unter hohen Temperaturen in Wasserstoff und feste Kohlenstoffverbindungen zerlegt. In einer Machbarkeitsstudie beleuchten nun Thüga, DBI-Gas und Umwelttechnik, die Technische Universität Bergakademie Freiberg, die Universidad Politécnica de Madrid sowie weitere Industriepartner, wie die Pyrolysetechnik für eine dezentrale Wasserstofferzeugung eingesetzt werden kann.

Pilotanlage geplant

Ziel der Vorstudie ist die technische Machbarkeitsplanung einer Pyrolyse-Pilotanlage bis zum vierten Quartal 2021. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Integration erneuerbarer Energien. Nach erfolgreichem Abschluss der Vorstudie sind der Bau und Betrieb der Pilotanlage am Lehrstuhl Gas- und wärmetechnische Anlagen an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg mit weiteren Industriepartnern geplant.

Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga Aktiengesellschaft, ist überzeugt, dass man alle Technologien einsetzen muss, um die Energiewende voranzubringen. Bei der Pyrolyse habe es in den letzten Jahren signifikante technische Fortschritte gegeben. „Das veranlasst uns, die skalierbare Einsatzfähigkeit dieser Technik auf den Prüfstand zu stellen". Denn: Die Gasnetze zu dekarbonisieren, sei eines der drängenden Zukunftsthemen für die rund 100 Energieversorger des Stadtwerkeverbunds. Deshalb arbeite die Thüga intensiv daran, die Bahn für die Beimischung von Wasserstoff in die Verteilnetze freizumachen. "Mit der Machbarkeitsstudie investieren wir in die Weiterentwicklung einer Technologie, der wir insbesondere wegen ihres dezentralen Ansatzes viel Potenzial zutrauen. Damit erschließen wir unseren Partnerunternehmen perspektivisch den Zugang zu einem weiteren Baustein für eine klimaneutrale Zukunft", so Riechel.

Pyrolyse kann auch "grün"

Ein Vorteil der Pyrolyse: Sie sei an keinen speziellen Standort gebunden, lediglich Erdgas oder Biomethan müsse zur Verfügung stehen. Zudem entstehe - anders als bei der Methanreformierung - kein CO2. Der so erzeugte Wasserstoff wird in der Regel mit der Farbe "türkis" klassifiziert und zählt zu den klimaneutralen Gasen. Kommen für die Pyrolyse erneuerbarer Strom und Biomethan zum Einsatz, gilt das Label "grüner" Wasserstoff, und es wird der Atmosphäre netto sogar CO2 entzogen. Aktuell werden insbesondere in Deutschland weitere Pyrolyseverfahren entwickelt, die Müll oder Abwasser als Basis verwerten, heißt es dazu in der Thüga-Mitteilung. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper