Das Wasserstoffzentrum soll auf dem Trianel-Gelände in Hamm-Uentrop entstehen.

Das Wasserstoffzentrum soll auf dem Trianel-Gelände in Hamm-Uentrop entstehen.

Bild: © Trianel

Die Aachener Stadtwerke-Kooperation Trianel und die Stadtwerke Hamm (Nordrhein-Westfalen) haben zum Aufbau einer Wasserstoffproduktion im nordöstlichen Ruhrgebiet ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) gegründet.

Dieses firmiert unter dem Namen Wasserstoffzentrum Hamm. Das Unternehmen leiten werden Reinhard Bartsch und Klaus Horstick, wie die beiden Unternehmen bei einer Pressekonferenz bekanntgaben. Bartsch ist zugleich Geschäftsführer der Stadtwerke Hamm, Horstick verantwortet die Bereiche Offshore-Wind und Wasserstoff bei Trianel.

Kosten im zweistelligen Millionenbereich

Ziel des Joint Ventures ist es, auf dem Gelände des Gaskraftwerks Hamm-Uentrop bis 2024 eine Elektrolyseanlage mit einer Leistung von etwa 20 MW zu errichten. Der Bau ist für 2023, die Inbetriebnahme für das Jahr darauf geplant.

Der Kostenrahmen bewege sich nach jetzigem Stand zwischen 20 und 25 Mio. Euro, schätzte Bartsch. Er hofft, dass die Hälfte der Investitionen durch staatliche Förderprogramme eingebracht werden könne.

Grüner Wasserstoff

Der Wasserstoff soll aus erneuerbarem Strom gewonnen werden, der vornehmlich von der Nordsee kommen soll. Eignen könnte sich etwa der Trianel-Windpark Borkum, der seit 2015 in Betrieb ist und an dem unter anderem die Stadtwerke Hamm beteiligt sind. Aber auch regionale Photovoltaik-Anlagen könnten zum Einsatz kommen.

Sven Becker, Geschäftsführer der Trianel, bezeichnete die Gründung auf einer Pressekonferenz als "Meilenstein", um eine regionale Wirtschaft mit klimaneutralem Wasserstoff in und um Hamm aufzubauen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass es bis 2024 eine entsprechende Nachfrage nach Wasserstoff geben wird."

Zahlreiche Interessenten

Zunächst sollen 30 neue Wasserstoffbusse der Stadtwerke Hamm und bis zu 20 Abfallsammelfahrzeuge der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Hamm mit Wasserstoff versorgt werden.

Ferner hätten zahlreiche lokale Unternehmen bereits ihr Interesse signalisiert, die Produkte der Elektrolyse in ihrem Betrieb zum Einsatz zu bringen, führte Hamms Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) aus. In der Region befinden sich unter anderem Firmen aus dem Maschinenbau und der Zementbranche.

Begleitstudie bis Anfang 2022

Auch eine Verwendung in der anliegenden Gasinfrastruktur und eine Rückverstromung im anliegenden Trianel-Gaskraftwerk stellten Optionen dar. Perspektivisch könnten etwa auch Schwerlastwagen auf der nahe gelegenen Autobahn A2 an entsprechenden Wasserstofftankstellen das Gas tanken.

Um das Wasserstoffzentrum soll ein ganzer Wasserstoffcluster entstehen. Die Grundlagen dafür sollen bis Anfang 2022 in einer Begleitstudie unter Beteiligung der Universität Duisburg-Essen, der Hochschule Weserbergland und der Hochschule Hamm-Lippstadt festgelegt werden.

Erweiterung möglich

Die Bezirksregierung Arnsberg fördert die Studie zur Hälfte.

Geplant ist, dass von 2030 an noch mehr erneuerbarer Strom über die geplante Hochspannungsleitung von Wilhelmshaven an der Nordsee bis Hamm gelangen kann. Dafür soll die für 2024 geplante Elektrolyseanlage um weitere Elektrolyseureinheiten erweitert werden können. (aba)

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