Der ungewöhnlich strenge Winter hat vor allem in Haushalten, die mit Gas heizen, zu höheren Wärmekosten geführt. Während also große Teile des deutschen Wärmemarkts unter steigenden Preisen leiden, bleibt die Fernwärme aus Tiefengeothermie nahezu konstant.
Die aktuelle Marktanalyse des Praxisforums Geothermie Bayern zeigt für die Heizperiode 2025/26 eine weitgehend stabile Preisentwicklung in jenen bayerischen Wärmenetzen, die Tiefengeothermie nutzen. In 18 bayerischen Wärmenetzen wird derzeit Wärme aus geothermischen Anlagen eingespeist, wobei der Anteil der Erdwärme je nach Standort deutlich variiert.
Stabile Kosten, aber deutliche Spreizung
Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 27.000 Kilowattstunden ergibt die Modellrechnung der Analyse einen marginalen Preisanstieg von 0,08 Prozent. Für eine Wohnung mit 16.000 Kilowattstunden Verbrauch liegt der Anstieg bei 0,54 Prozent.
Diese Entwicklungen stehen in deutlichem Kontrast zu anderen Heizsystemen: Für Gas nennt das Praxisforum Mehrkosten von rund 15 Prozent, bei Wärmepumpen rund fünf Prozent, bei Ölheizungen rund drei Prozent und bei fernwärmeversorgten Netzen aus fossilen Quellen etwa zwei Prozent.
Auffällig sei aber auch die Spreizung zwischen den einzelnen bayerischen Geothermie-Projekten. So hat etwa das Kommunalunternehmen AFK-Geothermie in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim die Preise um 5,8 Prozent gesenkt. Gestiegen sind die Preise dagegen in Waldkraiburg. Grund dafür sind massive Investitionenen, aber Waldkraiburg zähle mmer noch zu den günstigsten Tarifanbietern im Vergleich der geothermischen Standorte.
Neben der aktuellen Marktbewertung verweist die Analyse auch auf veränderte regulatorische Rahmenbedingungen. Neue Förderinstrumente wie die Fündigkeitsversicherung im KfW-Programm sowie das Geothermie-Beschleunigungsgesetz sollen den Ausbau erleichtern. In einer bundesweiten Betrachtung lag der Medianpreis für Fernwärme im April 2025 bei 17 Cent pro Kilowattstunde, während der Medianwert für geothermiegestützte Fernwärme nach Angaben des Praxisforums bei 13,4 Cent pro Kilowattstunde lag.



