Von Julian Korb
Eine hohe Nachfrage hat bei den jüngsten Ausschreibungen für Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zu einem regelrechten Preiskampf geführt. Die ausgeschriebene Menge von knapp 90 Megawatt war um gut 60 Prozent überzeichnet. Gegenüber der vorherigen Ausschreibung hat sich die Anzahl der Gebote damit in etwa verdreifacht.
Grund für den Run auf die Ausschreibung dürfte das Auslaufen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) zum Jahresende sein. Die alte Bundesregierung hatte zwar noch eine KWKG-Novelle verabschiedet, diese betrifft aber nur sehr kleine oder sehr große Anlagen über 50 Megawatt Leistung. Für mittelgroße Anlagen ist die Dezember-Ausschreibung damit die vorerst letzte.
Förderung sinkt stark
Der hohe Wettbewerb in der Juni-Ausschreibung führte in der Folge auch zu niedrigeren Zuschlagswerten. Das teuerste Angebot erhielt mit 6,38 Cent pro Kilowattstunde (kWh) den Zuschlag. Das günstigste Angebot riss mit 4,99 Cent die 5-Cent-Marke. Gegenüber den vorherigen Ausschreibungen ist die durchschnittliche Vergütung damit kontinuierlich von gut 6,5 Cent über 6 Cent auf nun gut 5,7 Cent gesunken.
Doch nicht nur in der klassischen KWK-Ausschreibung, auch in der Ausschreibung für innovative KWK-Systeme (iKWK) war der Wettbewerb enorm hoch. Hier war die Ausschreibung sogar zweieinhalbfach überzeichnet. Im Schnitt erhielten Bieter hier knapp 7,2 Cent die kWh. Im vergangenen Juni waren es noch 11,3 Cent.
Stadtwerke erhalten Zuschläge
Auch dieses Mal gingen wieder alle Zuschläge an Stadtwerke oder kommunale Energieversorger. Bei der klassischen KWK-Ausschreibung räumten die Stadtwerke Gießen mit insgesamt vier Zuschlägen ab. Die Stadtwerke Delitzsch erhielten zwei Zuschläge.
Bei innovativen KWK-Anlagen setzten sich die Stadtwerke Lübeck gleich viermal durch. Die Ahrtal-Werke bekamen in beiden Ausschreibungssegmenten jeweils einen Zuschlag. Der rheinland-pfälzische Versorger muss nach der Flutkatastrophe seine Wärmeversorgung wieder aufbauen.



