Aus Liggeringen, einem Ortsteil von Radolfzell am Bodensee, ist in den vergangenen Monaten ein Solarenergiedorf geworden.

Aus Liggeringen, einem Ortsteil von Radolfzell am Bodensee, ist in den vergangenen Monaten ein Solarenergiedorf geworden.

Bild: © Stadtwerke Radolfzell

Die baden-württembergischen Stadtwerke sind erprobt, was die Versorgung mit klimafreundlichen Energien angeht. Bereits seit 2010 betreiben die Radolfzeller im Ortsteil Möggingen ein Nahwärmenetz, das aus einer Biogasanlage in Kombination mit einem BHKW und Holzhackschnitzeln gespeist wird. In Liggeringen geht nun die nächste Heizzentrale ans Netz. Diesmal stehen die Solarthermie und viele Benefits für die Bewohner des Energiedorfes im Mittelpunkt.

Insgesamt 100 von potenziell 240 Haushalten in Liggeringen haben sich für den Anschluss an die Heizzentrale, bestehend aus einer Solarthermie-Freiflächenanlage, einem Holzhackschnitzel-Kessel und einem Pufferspeicher für die Warmwasseraufbereitung, entschieden. Anfang dieses Jahres wurden die ersten Haushalte ans Netz genommen, kommende Woche findet nun die offizielle Einweihung statt und bis zum Sommer sollen dann alle 100 Anschlussnehmer über das fünf Kilometer lange Netz versorgt werden. Spätestens dann, bestätigt sich der Nutzen für Klima und Umwelt schwarz auf weiß.

Glasfaser als Anreiz

"Bis zu 1400 Tonnen CO2 sollen durch das Projekt jährlich eingespart werden", erklärt Andreas Reinhardt, Geschäftsführer der Stadtwerke gegenüber der ZfK. Doch auch die Kunden können sich über eine Kostenersparnis freuen: Für den Hausanschluss und die Übergabestation fallen im Wesentlichen 5000 Euro an. Der Austausch eines Ölkessels oder der Umstieg auf eine elektrische Wärmepumpe koste weitaus mehr, ergänzt Reinhardt. Wer sich für den Nahwärmeanschluss entscheidet, bekommt zudem einen Glasfaseranschluss frei Haus.

Die Stadtwerke haben sich die umweltfreundliche Alternative zu Öl- oder Elektroheizungen insgesamt 4,3 Mio. Euro kosten lassen, wobei über eine Million Euro von der Landesregierung Baden-Württemberg gefördert wurde – ein Investment nicht nur in den Klimaschutz, sondern auch in langfristige Kundenbindung und Neukundengewinnung. Binnen 15 Jahren soll sich das Projekt amortisiert haben, betont Reinhardt. Das Angebot von hochmoderner Glasfaser lockt Unternehmen und Privatkunden zu den Stadtwerken. "Wir tragen mit dem Energiedorf zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land bei", resümiert Reinhardt, den Anreiz für potenzielle Kunden.

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