Die CO2-Preise am Europäischen Emissionshandel ETS haben am Montag die 60-Euro-Marke geknackt und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Am Vormittag lag der Preis für eine Tonne Kohlenstoffdioxid an der Energiebörse EEX zwischenzeitlich bei 60,40 Euro.
Nach einem kurzen Einbruch Mitte des Monats waren die CO2-Preise seit Tagen wieder nach oben geklettert. Lag der Preis für eine Tonne Kohlenstoffdioxid am 19. August noch bei 53,84 Euro, waren es am Freitag bereits 59,33 Euro, wie Zahlen des ZfK-Datenraums zeigen.
Hohe Gaspreise von nahezu 50 Euro
Preistreibend wirkten in den vergangenen Handelstagen vor allem steigende Gaspreise von inzwischen nahezu 50 Euro pro MWh. "Dies führt dazu, dass wieder vermehrt Kohlekraftwerke laufen", erklärt Stephan Hausl, Analyst beim Thüga-Handelshaus Syneco. "Damit steigt auch die Nachfrage nach CO2-Zertifikaten."
Ihren Teil dürften auch Akteure beitragen, die eher aus dem Finanz- als aus dem klassischen Energiesektor stammen. "Schon seit längerem wird beobachtet, dass verstärkt Spekulanten auf dem Markt aktiv sind, die langfristig gesehen auf hohe Preise setzen", sagt Hausl.
Strom-Spot- und Terminmarkt im Höhenflug
Die hohen CO2-Preise schlugen sich am Montag auch auf die Strompreise nieder. An der Kurzfristbörse Epex Spot notierte der Day-Ahead-Base zwischenzeitlich bei mehr als 110 Euro pro MWh.
Ein ähnlicher Trend im Terminmarkt, wo eine MWh Strom im Frontjahreskontrakt an der EEX bisweilen für mehr als 86 Euro gehandelt wurde. (aba)



