Der Regelarbeitsmarkt könnte Bilanzkreisverantwortlichen nun wieder deutlich größere Sorgen bereiten.

Der Regelarbeitsmarkt könnte Bilanzkreisverantwortlichen nun wieder deutlich größere Sorgen bereiten.

Bild: © Jason Blackeye/unsplash

Die EU-Energieregulierungsbehörde Acer hat sich gegen eine tiefgreifende Reform der europäische Strommärkte ausgesprochen. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht kommt Acer zu dem Schluss, dass der derzeitige Aufbau der EU-Großhandelsmärkte unter normalen Bedingungen eine effiziente und sichere Stromversorgung garantiert.

"Daher ist Acer der Ansicht, dass das derzeitige Marktdesign beibehalten werden sollte", heißt es in dem Bericht. Somit lehnt Acer-Forderungen von Ländern wie Spanien und Frankreich ab, den Strompreis vom Gaspreis zu lösen.

"Energiekrise im Wesentlichen Gaspreis-Schock"

Auch wenn die derzeitige Situation an den Energiemärkten nicht normal sei, sei nicht der Aufbau des Strommarktes dafür verantwortlich, schreibt Acer. Das Strommarkt-Design habe vielmehr dazu beigetragen, Verbraucher vor Stromausfällen zu schützen.

"Die derzeitige Energiekrise ist im Wesentlichen ein Gaspreis-Schock, der sich auch auf die Strompreise auswirkt." Acer rät den EU-Staaten, das Grundproblem der Krise – den Gasmarkt – anzugehen, etwa durch zusätzliche Importe, vollere Gasspeicher und Maßnahmen, um den Gasverbrauch zu reduzieren. Zudem könnten gezielt die am meisten betroffenen Verbraucher entlastet werden.

BDEW-Stellungnahme

Um in Zukunft gegen hohe Strompreise vorzugehen, müsse man den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen, schreibt Acer. Länder könnten künftig auch eine sogenanntes Druckventil einführen – ein vorübergehendes Preislimit, das automatisch in Kraft tritt, wenn die Preise im Großhandel in kurzer Zeit stark ansteigen. Langfristig müsse man das europäische Stromnetz besser integrieren und ausbauen, um es für die Energiewende fit zu machen.

In einer Stellungnahme begrüßte der deutsche Branchenverband BDEW die wesentlichen Schlussfolgerungen der Behörde. "Funktionierende Energiemärkte sind die Grundlage der Versorgungssicherheit Europas", erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krise sollte die EU davon absehen, dieses funktionierende System grundsätzlich in Frage zu stellen und auf unnötige Eingriffe in den Markt verzichten." Interventionen dürfe es nur in Ausnahmesituationen geben. (dpa/aba)

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