Im ersten Halbjahr ging die Kohleverstromung in Deutschland noch einmal deutlich zurück.

Im ersten Halbjahr ging die Kohleverstromung in Deutschland noch einmal deutlich zurück.

Bild: © Jens Büttner/dpa

Von Julian Korb

Die neuerliche Eskalation im Nahost-Konflikt zwischen Israel und Iran wirkt sich auch am Strommarkt aus. Grund dürften die steigenden Gaspreise sein. So legten die Großhandelsstrompreise an der Leipziger Strombörse EEX in den vergangenen Tagen ebenfalls kontinuierlich zu.

Lieferungen für den Frontmonat gingen am Freitag für rund 82 Euro die Megawattstunde (MWh) über die Theke – rund 11 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Für das Frontjahr fielen die Steigerungen moderater aus: Abnehmer zahlten rund 92 Euro pro MWh, nach knapp 88 Euro im Vormonat.

Preissprünge am Terminmarkt

Auffällig ist dabei, dass die Preissprünge am Terminmarkt teilweise deutlich ausfallen. "Historisch gesehen gab es am Terminmarkt häufig Änderungen um die 10 Euro pro Megawattstunde, allerdings hat man diese Schwankungsbreite eher innerhalb von ein paar Monaten gesehen", sagt Sven Nels, Chef der Handelstochter von Baywa Re der ZfK. Seit Ende 2021 würden Preisschwankungen dieser Größenordnung innerhalb von wenigen Tagen auftreten.

Geopolitische Ereignisse haben dabei einen hohen Einfluss auf die Preisbildung. Seien es Trumps Zollankündigungen, der Krieg in der Ukraine oder nun die weitere Eskalation im Nahost-Konflikt.

Spotmarkt bleibt volatil

Verglichen mit den Preissteigerungen bei Rohöl und Benzin sind die Sprünge am Strommarkt aber vergleichsweise moderat. Besonders in Zeiten, in denen erneuerbare Energien nicht ausreichend verfügbar sind, könnte ein Anstieg der Gas- und Ölpreise aber durchaus stärker auf die Strompreise durchschlagen.

Das zeigt auch ein Blick auf den zurückliegenden Sonntag. Weil kurzfristig weniger Windstrom verfügbar war, schossen die Preise am Intraday-Markt auf rund 270 Euro die MWh. Wie Daten der Übertragungsnetzbetreiber zeigen, sprangen vor allem Braunkohle- und Gaskraftwerke ein, um die fehlende Strommenge auszugleichen.

Hinzu kommen noch Sorgen um weniger verfügbare französische Kernkraftwerke. Untersuchungen eines Atomkraftwerks in Frankreich hatten zuletzt Hinweise auf Korrosionsschäden ergeben. Höhere Strompreise sind in den kommenden Wochen und Monaten also nicht ausgeschlossen, vor allem, wenn die Unsicherheit an den Energiemärkten anhält oder sich verschärft.

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