Energieversorger Awattar gilt als Pionier bei dynamischen Stromtarifen.

Energieversorger Awattar gilt als Pionier bei dynamischen Stromtarifen.

Screenshot: © Awattar

Energieversorger Awattar hat seine dynamischen Tarife seit Ende vergangener Woche für Neukunden vorübergehend pausiert. Das bestätigte das österreichische Unternehmen auf ZfK-Nachfrage.

Als Gründe nennt das Unternehmen die starke Nachfrage sowie die rekordhohen Strompreise an der Börse. Letztere sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen und erreichten vergangene Woche am Kurzfristmarkt Epex Spot ein Tageshoch von 167,89 Euro pro MWh (Base).

Börsenstrompreis in Echtzeit

Awattar bietet drei Tarife an. Im flexibelsten Vertrag, "Hourly" genannt, gibt das Unternehmen die Börsenpreise direkt an die Kunden weiter.

Den Kunden wird der Börsenstrompreis dabei in Echtzeit visualisiert. Außerdem wird eine Prognose angezeigt, wann der Strompreis am kommenden Tag besonders günstig sein wird. So kann der Kunde selbst entscheiden, wann er stromintensive Tätigkeiten vornehmen will. Voraussetzung für die Nutzung des Tarifs ist ein intelligentes Messsystem, auch Smart Meter genannt.

Tarife mit Preisdeckel

Für die beiden anderen Tarife "Hourly-Cap" (dynamischer Tarif mit Preissicherheit) und "Yearly" (mit monatlichen Abschlagszahlungen, kein Smart Meter nötig) sind Preisdeckel vorgesehen. Dafür kauft das Unternehmen im Vorhinein Mengen am Terminmarkt ein. "Diese Mengen sind nun für Neukunden leider aufgebraucht", schreibt Awattar auf Twitter.

Davon seien auch "Hourly"-Neukunden betroffen, weil die meisten von ihnen zunächst den "Yearly"-Tarif nutzten, bis der Smart Meter installiert sei.

Neue Tarifmodelle in Planung

Awattar verweist darauf, dass es schon länger daran arbeite, für alle Neukunden zertifizierte Smart Meter sowie spezielle Konditionen für Elektroautos und Wärmepumpen anzubieten. Deshalb habe es sich entschieden, die neuen Energiepreise erst mit diesen neuen Tarifen aufzulegen.

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Angebote für Neukunden pausiert bleiben, bis es die neuen Tarife mit intelligenten Messsystemen anbieten könne.

"Starker Zuwachs in letzten Monaten"

Der ZfK teilt das Unternehmen mit, dass es für Bestandskunden standardmäßig für die Tarife "Hourly-Cap" und "Yearly" zum neuen Jahr anpassen werde. Wie der Preis ausfallen werde, werde spätestens im November bekanntgegeben.

Nach eigenen Angaben hat Awattar aktuell eine Kundenzahl im mittleren vierstelligen Bereich. Auf die Frage, ob das Unternehmen angesichts der hohen Strompreise viele Kunden verloren habe, antwortete es: "Nein, wir hatten umgekehrt starken Zuwachs in den letzten Monaten."

"Vorteil fallender Preise"

Einige der Bestandskunden seien bereits auf den gedeckelten Tarif "Hourly-Cap" gewechselt. Es gebe auch genug, die ausharrten und Awattar weiter unterstützen wollten. "Sie sehen den Vorteil, wenn die Preise wieder fallen, und bleiben auf "Hourly"." (aba)

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