Balkonkraftwerke sind derzeit in Deutschland stark nachgefragt. Das belegt auch eine neue Studie des Energieversorgers Eon.

Balkonkraftwerke sind derzeit in Deutschland stark nachgefragt. Das belegt auch eine neue Studie des Energieversorgers Eon.

Bild: © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die Zahl kleiner Solaranlagen ist im Südwesten seit Jahresbeginn rasant gestiegen. "In 2024 sind für unser Netzgebiet bereits über 11.000 Balkonkraftwerke gemeldet worden", sagte der Leiter Netzanschluss Nord bei der Netze BW, Marko Schieck, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Für das gesamte Jahr hält Baden-Württembergs größter Verteilnetzbetreiber an seiner Prognose von 28.000 Neuanmeldungen fest. Insgesamt seien im Netzgebiet derzeit rund 24.000 kleine Solaranlagen registriert.

Im Marktstammdatenregister sind derzeit rund 62.250 Balkonkraftwerke in Baden-Württemberg gemeldet. Allein in diesem Jahr sind mehr als 19.500 steckerfertige Solaranlagen hinzugekommen. Bundesweit sind es nach ZfK-Recherchen bereits über 90.000 neue Anlagen im laufenden Jahr. Die Zahl der insgesamt installierten Balkonkraftwerke und Steckersolargeräte hat am Samstag die Schwelle von 500.000 überschritten.

Die tatsächliche Anzahl der insgesamt installierten Anlagen liegt vermutlich sogar höher, als im Marktstammdatenregister angegeben, da die Betreiber nach Inbetriebnahme einen Monat Zeit für die Registrierung haben. Seit dem 1. April genügt eine Registrierung im Marktstammdatenregister. Früher war auch eine Anmeldung beim Netzbetreiber vorgeschrieben.

Netze BW habe in den vergangenen Jahren erheblich Personal aufgebaut, um den Ansturm zu bewältigen. Für das Jahr 2025 rechnen der Betreiber momentan mit rund 40.000 neuen Mini-Solaranlagen. Gründe für die wachsende Beliebtheit seien unter anderem fallende Preise bei für Balkonkraftwerke, die Erhöhung auf 800 Watt Einspeiseleistung und die steigende Akzeptanz in der Bevölkerung.

Probleme durch Ansturm

Auch bei Stuttgart Netze ist das gestiegene Interesse erkennbar. "Die günstigen Anschaffungskosten, hohe Strompreise und die Förderung sind nach unserer Auffassung ausschlaggebende Gründe für den Anstieg von Balkonkraftwerken", teilte der Verteilnetzbetreiber der Landeshauptstadt, Stuttgart Netze, der dpa mit. In Stuttgart sind laut Marktstammdatenregister derzeit rund 1970 Balkonkraftwerke gemeldet ‒ knapp 720 kamen allein in diesem Jahr hinzu. 

Probleme durch den Ansturm gibt es laut Stuttgart Netze nicht: "Grundsätzlich ist unser Netz (...) auf größere Lasten ausgelegt, weshalb die verhältnismäßig geringe Leistung von Balkonkraftwerken keine nennenswerte Herausforderung darstellt."

Ausweitung auf 800 Watt

Auch in Berlin ist die Erzeugung von Solarenergie auf dem eigenen Balkon beliebt. Die Wirtschaftsverwaltung der Hauptstadt will die Förderung von bis zu 500 Euro künftig auch auf Steckersolargeräte mit einer Leistung von bis zu 800 Watt ausweiten. Bisher lag die Grenze bei 600 Watt. Auch eine Anmeldung bei Stromnetz Berlin sei nicht mehr notwendig.

Die Förderrichtlinie wurde außerdem so angepasst, dass neben Pächtern auch Eigentümer von Klein- oder Erholungsgärten die Förderung pro Steckersolargerät erhalten können. Der Förderantrag muss allerdings in jedem Fall vor dem Kauf des auch als Balkonkraftwerk bekannten Geräts gestellt werden. Bei Kosten bis zu 500 Euro für die Anlage werden 100 Prozent gefördert, ist sie teurer, muss der Käufer den Differenzbetrag selbst tragen. (jk mit dpa)

Hinweis: Die Zahl der insgesamt installierten Balkonsolar- und Steckersolargeräte haben wir aktualisiert. Am Samstag betrugt die Zahl laut Marktstammdatenregister bereits 500.810 Stück. Am Montagmorgen zeigte der Zähler ‒ mit Stand Sonntag ‒ nun 503.134 installierte Anlagen an.

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