Ein Energieeffizienz-Netzwerk, bestehend aus 17 bayerischen Unternehmen: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (vordere Reihe, 4. von rechts) mit Matthias Taft, Energievorstand der Baywa AG (vorne, 3. von rechts), Thomas Rupprich, Geschäftsführer der Bayerngas Energy (vorne rechts) und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Münchner Flughafens, Michael Kerkloh und Vertretern aller teilnehmenden Firmen beim Workshop.

Ein Energieeffizienz-Netzwerk, bestehend aus 17 bayerischen Unternehmen: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (vordere Reihe, 4. von rechts) mit Matthias Taft, Energievorstand der Baywa AG (vorne, 3. von rechts), Thomas Rupprich, Geschäftsführer der Bayerngas Energy (vorne rechts) und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Münchner Flughafens, Michael Kerkloh und Vertretern aller teilnehmenden Firmen beim Workshop.

Bild: © Flughafen München GmbH

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will noch im August gemeinsam mit industriellen Partnern ein Bayerisches Wasserstoffzentrum ausrufen. Um welche Unternehmen es sich dabei handelt, wollte er auf Nachfrage noch nicht verraten. Ziel des Netzwerkes sei es, zu analysieren, welche technischen Anwendungen schon funktionierten und wo es gegebenenfalls Nachbesserungen geben müsse. "Ich will sehr schnell eine Achse nach Baden-Württemberg schlagen, dort ist Daimler ja sehr weit in Sachen Brennstoffzelle", sagte der Minister bei einem Workshop des Erneuerbare-Energien- und Effizienznetzwerks 4E am Münchner Flughafen.

Die Initiative könne man auch als kleine Antwort auf den Beschluss von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) verstehen, den Batterie-Forschungsschwerpunkt künftig in Münster anzusiedeln, stichelte Aiwanger. Als Standorte für das Batterieforschungszentrum hatten sich unter anderem auch Augsburg und Salzgitter beworben. Bis Ende des Jahres will der Bund Eckpunkte für ein Wasserstoffkonzept vorlegen. "Wir müssen die große gesellschaftliche Zustimmung zur Energiewende in die Realität umsetzen. Wir  haben so viel geforscht, dass wir in die Anwendung gehen können und da müssen wir jetzt auch investieren", forderte Aiwanger auch mit Blick auf synthetische Kraftstoffe und Wasserstoffanwendungen.

Ziel: CO2-Reduktion von 49.000 t pro Jahr

Energieeffizienzmaßnahmen und die Nutzung erneuerbarer Energien seien dabei zentrale Säulen, um die Klimaziele in Deutschland zu erreichen. "Energieeffizienz bedeutet nicht nur weniger Kosten, sondern auch mehr Wettbewerbsfähigkeit. Das wird in Zukunft immer wichtiger", so der Minister. Das Energieeffizienz-Netzwerk 4E umfasst 17 in Bayern ansässige Unternehmen und wurde vor rund einem Jahr gegründet. Initiatoren sind die Baywa r.e. und Bayerngas Energy. Ziel der Mitglieder ist es, bis Ende 2020 insgesamt 49.000 t weniger an CO2-Emissionen auszustoßen. Auf dem Weg dahin sehen sich die Mitgliedsunternehmen auf Kurs und zogen eine erste positive Bilanz.

"Wir wollen durch intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Partnern kostenoptimiert und nachhaltig CO2-Einsparungen realisieren. Diesem großen Ziel sind wir nach etwas mehr als einem Jahr einen großen Schritt näher gekommen", resümierte Matthias Taft, Energievorstand der Baywa AG. Der Konzern will bis 2022 den CO2-Ausstoß um 17 Prozent senken. Um der Energiewende in Bayern einen neuen Schub zu geben, forderte er den Minister auf, künftig auch den Bau von leistungsstärkeren Photovoltaik(PV)-Anlagen auf größeren Konversionsflächen zu ermöglichen. Der Bau von PV-Anlagen mit über 50 MW ermögliche eine deutliche Senkung der Stromkosten und erlaube es, wettbewerbsfähig Erneuerbaren-Strom zu produzieren.

Sehr positive Erfahrungen

Der eigentliche Nukleus des heutigen Netzwerks ist eine Gruppe von sechs Unternehmen, die bereits 2010 eine Verbindung mit dem Ziel der Energieeffizienzsteigerung eingegangen waren, erinnerte Thomas Rupprich, Geschäftsführer der Bayerngas Energy GmbH. Diese hätten bereits zwischen 2010 und 2013 deutliche CO2-Einsparungen realisiert und sich dann aufgrund der positiven Erfahrungen nochmals zu einer weiteren Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk bereiterklärt. Moderiert wird 4E von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft in München.

Dass den beteiligten Unternehmen viele energiewirtschaftliche Themen auf den Nägeln brennen und viele Regulierungsvorgaben für Kopfschütteln sorgen, erfuhr Minister Aiwanger bei einer anschließenden Fragerunde. Dabei ging es vor allem um das Thema Eigenstrom, die Tücken des Energiesammelgesetzes und den Wegfall von Umlagebefreiungen aufgrund von Effizienzsteigerungen. "Wir müssen den Eigenstromverbrauch umlagenfrei gestalten", forderte Aiwanger. Die Debatte um eine CO2-Steuer müsse mit dem nötigen Fingerspitzengefühl geführt werden.

Die Netzwerk-Teilnehmer

Teilnehmer des Energieeffizienznetzwerks 4E sind: Bayernoil Raffineriegesellschaft, Bayernwerk Natur, Clariant Produkte (Deutschland), FC Bayern München Basketball GmbH, Flughafen München, W. L. Gore & Associates, HASIT Trockenmörtel, Hörmann Automotive Penzberg, Johns Manville, Karl Bachl GmbH & Co KG, Océ Printing Systems, Privatmolkerei Bauer, Roche Diagnostics, Schlagmann Poroton, Südzucker, Weissachmühle und Wienerberger GmbH. (hoe)

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