Der Chef des Münchner Mischkonzerns Baywa, Klaus Josef Lutz, fordert schnellere Genehmigungsverfahren beim Bau von Windrädern und Stromleitungen. «Wir dürfen uns nicht von jedem Käfer, der von rechts nach links läuft, aufhalten lassen», sagte er der «Augsburger Allgemeinen» (Freitag). «Zur Beschleunigung der Verfahren brauchen wir auch mutigere Beamtinnen und Beamte, die rascher Entscheidungen treffen.» Er sehe im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland «ein dramatisches Umsetzungsdefizit»: «Ich habe den Eindruck, wir kriegen in Deutschland nichts mehr hin.»
Erst vor wenigen Tagen verkündete die BayWa ein Rekordergebnis in ihrer fast 100-jährigen Geschichte. Im dritten Quartal baute das Unternehmen seinen Umsatz auf 14,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 12,2 Mrd. Euro) aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) machte einen Sprung um rund 87 Prozent auf 191,7 Mio. Euro (Vorjahr: 102,7 Mio. Euro). Vor allem im Geschäftsfeld Regenerative Energien sowie in den Segmenten Agrar und Bau liefen die Geschäfte sehr erfolgreich.
PV auf Erfolgskurs, weniger Heizöl
So verzeichnete das Segment Energie nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz von 3,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,7 Mrd. Euro). Das EBIT lag bei 80,1 Mio. Euro (Vorjahr: 48,0 Mio. Euro). Mit 72 Prozent höherer Gesamtleistung als im Vorjahreszeitraum war der Handel mit PV-Modulen im dritten Quartal überaus erfolgreich. Auch im Geschäftsfeld Klassische Energie gewinnen CO2-optimierte Energieträger hinzu: Die BayWa Tochter BayWa Mobility Solutions GmbH baute ihr LNG-Tankstellennetz (Liquefied Natural Gas – flüssiges Erdgas) um zwei weitere Stationen aus und der Absatz von Holzpellets legte um 31 Prozent auf rund 566.200 Tonnen zu. Rückläufig war der Verkauf von Kraftstoff und Heizöl. (lm/dpa)



