Bei der Gesellschafterversammlung der Beschaffungsplattform Espot am 3. Juli 2018 (von links): von den neuen Gesellschaftern Eckard Veil (Vorstand Zeag Heilbronn), Günther Heller (Stadtwerke Baden-Baden), Heiko Engel (Espot-Geschäftsführer), Michael Rimmler (GVS-Chef), Horst Graef (Geschäftsführer bei Espot und beim Altgesellschafter Energieversorgung Calw), Martin Weßbecher (Stadtwerke Baden-Baden), Harald Schmoch (alter Anteilseigner EnBW) und Philipp Katz (neuer Gesellschafter EnBW ODR).

Bei der Gesellschafterversammlung der Beschaffungsplattform Espot am 3. Juli 2018 (von links): von den neuen Gesellschaftern Eckard Veil (Vorstand Zeag Heilbronn), Günther Heller (Stadtwerke Baden-Baden), Heiko Engel (Espot-Geschäftsführer), Michael Rimmler (GVS-Chef), Horst Graef (Geschäftsführer bei Espot und beim Altgesellschafter Energieversorgung Calw), Martin Weßbecher (Stadtwerke Baden-Baden), Harald Schmoch (alter Anteilseigner EnBW) und Philipp Katz (neuer Gesellschafter EnBW ODR).

Bild: Christiane Stoye-Benk

Die Stuttgarter Strom- und Gasbeschaffungskooperation Espot hat in einer Gesellschafterversammlung Anfang Juli vier neue Anteilseigner aufgenommen und hat jetzt 16 Gesellschafter. Dies teilte Espot-Co-Geschäftsführer Heiko Engel am Donnerstag der ZfK mit.

Nur einer der neuen Espot-Gesellschafter ist ein Kommunalversorger: die Stadtwerke Baden-Baden. Die übrigen drei sind EnBW-Konzerngesellschaften, nämlich:

  • die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) aus Stuttgart,
  • die EnBW Ostwürttemberg Donau-Ries (ODR) aus Ellwangen und
  • die Zeag Energie aus Heilbronn.

EnBW-Konzern jetzt bei 32,5 Prozent

Gleichwohl sei die Transaktion alles andere als eine Übernahme der Espot durch EnBW, betonte Engel. Zeag und EnBW ODR übernähmen nur je 7,5 Prozent von der Mutter und zusätzlich 2,5 Prozent, die GVS und im Übrigen auch die Baden-Badener seien mit jeweils genau 2,5 Prozent eingestiegen. EnBW-Konzerngesellschaften hielten zusammen jetzt nicht mehr als 32,5 Prozent. Weitere Einstiege seien "willkommen", so Engel weiter. Man müsse aber kein Gesellschafter sein, um die Dienste von Espot nutzen zu können.

Ziel sei vielmehr, gemeinsam Skalenvorteile bei der Strom- und Gasbeschaffung, beim Bilanzkreismanagement und bei der energiewirtschaftlichen Abwicklung (durch die EnBW) zu erzielen. Damit sollen die Stadtwerke zusätzlichen Absatz für ihre Produkte und Dienstleistungen gewinnen.

GVS-Einstieg bedeutet keine Verpflichtung

Einen direkten Zusammenhang mit Versuchen großer Versorger, ihr Business-to-Business-Geschäft vollständig zu digitalisieren, sieht Engel in dieser Transaktion nicht. Die GVS ist schon seit weit über einem Jahr auf Roadshow für ihr digitales Portal "Epoint" und trommelt für ihr multilaterales Projekt "Tender365". "Wir nutzen GVS-Plattformen, wo es für uns sinnvoll ist", sagte Engel der ZfK. Eine Verpflichtung zu einem bestimmten Portal gebe es auf Espot nicht.

Ein Indiz für den Wiedereinstieg der EnBW in den Energievertrieb an Unternehmen nach dem Ausstieg 2016 ist die neue Gesellschafterstruktur der Espot bestimmt nicht: Die Strom- und Gasbeschaffung, Beratung und energiewirtschaftliche Abwicklung durch EnBW für die Espot-Kunden lief ja 2016 bis heute weiter. Zumindest für den Test eines Wiedereinstiegs gibt es aber ein anderes Indiz: die Teilnahme der EnBW an der Plattform Eless.

Beschaffungsvolumen und Altgesellschafter

Espot-Partner beschaffen nach eigenen Angaben in Summe mehrere Milliarden Kilowattstunden Gas und Strom im Jahr. Die Altgesellschafter von Espot sind die Stadtwerke Emmendingen, Esslingen, Fellbach, Nürtingen, Sachsenheim, Schramberg, Stockach, Waiblingen, Waldkich, Bad Wildbad, die Energie Calw (ENCW) sowie die EnBW. Der Chef der Energie Calw, Horst Graef, ist der andere Geschäftsführer von Espot (siehe auch gedruckte ZfK 8/16, 14). (geo)

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