Blick auf das Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe in der Lausitz.

Blick auf das Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe in der Lausitz.

Bild: © Dreamlord87/AdobeStock

Es ist eine hitzig geführte Debatte im deutschen Wahlkampf: Kommt der Kohleausstieg 2038 gerade richtig oder ist es dann schon zu spät?

Zu den Kraftwerken, die auch noch in den 2030er-Jahren theoretisch am Netz bleiben dürfen, zählen die ostdeutschen Kohlekraftwerke Schwarze Pumpe (Brandenburg), Boxberg und Lippendorf (beide Sachsen). Sie alle gehören dem Kraftwerkbetreiber Leag.

Energy-Brainpool-Analyse

Doch erzeugen sie dann auch noch praktisch Strom? Das Berliner Analysehaus Energy Brainpool hat im Auftrag des Energieversorgers Greenpeace Energy nachgerechnet.

Sein Ergebnis: Folgt man den aktuellen Plänen zum Kohleausstieg und Ausbau erneuerbarer Energien gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und verstetigt sich der aktuelle Trend der steigenden CO2-Preise, wird die Stromvermarktung der Kraftwerke am Day-Ahead-Strommarkt bereits vor 2030 unwirtschaftlich. Eine vorgezogene Stilllegung stelle dann keinen Nachteil dar.

105 Euro pro Tonne CO2

Für dieses Szenario nehmen die Autoren einen CO2-Preis von 105,34 Euro pro Tonne im Jahr 2038 an. Aktuell steht der CO2-Preis bei etwa 60 Euro pro Tonne.

Stagniert das CO2-Preisniveau dagegen bei unveränderter Kraftwerksparkentwicklung, beträgt der CO2-Preis im Jahr 2038 dann auch nur 40,31 Euro, sieht es schon wieder anders aus.

Zwei andere Szenarien

Bleibt der Ausbau erneuerbarer Energien hinter den energiepolitischen Plänen zurück, wird die Stromproduktion in den drei Kraftwerken noch profitabler. In beiden Fällen bestünde bei einer Braunkohleverstromung auch nach 2038 die Chance auf Gewinne.

Eine Zusammenfassung der Energy-Brainpool-Studie finden Sie hier. (aba)

Täglich aktualisierte Energiedaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit Energy Brainpool befüllt wird.

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