Geht es nach der EU-Kommission, sollen große Teile der Erneuerbaren-Industrie bis 2030 in Europa beheimatet sein.

Geht es nach der EU-Kommission, sollen große Teile der Erneuerbaren-Industrie bis 2030 in Europa beheimatet sein.

Bild: © Photocreo Bednarek/AdobeStock

Die EU-Strommarktreform regelt die Finanzierung erneuerbarer Energien neu: Der förderfreie Ausbau erneuerbarer Energien über Power Purchase Agreements (PPAs) soll weiter gestärkt werden. Dennoch braucht es auch weiterhin eine staatliche Förderung von Wind und Solar, um den Erneuerbaren-Ausbau entsprechend der Klimaschutzziele voranzutreiben. Hier sollen Differenzverträge das neue Mittel der Wahl sein.

Energy Brainpool hat im Auftrag von Green Planet Energy analysiert, wie diese sogenannten Contracts for Difference (CfDs) ausgestaltet sein müssen, damit sie sich bestmöglich in das vorgesehene Marktdesign integrieren. „CfDs dürfen kein starres Korsett sein, sondern müssen genügend Luft für Preissignale lassen und auch den förderfreien Ausbau weiterhin ermöglichen. Die Erneuerbaren sind bereits erfolgreich im Markt angekommen. Diese Entwicklung darf nicht durch eine falsche Ausgestaltung von CfDs zurückgeschraubt werden. Wir brauchen einen klugen Mix aus marktlichem Ausbau und staatlicher Absicherung. Das Gute ist: CfDs können so entworfen werden, dass sie Raum für Systemdienlichkeit, Marktintegration und einen PPA-Markt lassen. Es ist essenziell, dass Anlagenbetreiber weiterhin die Möglichkeit haben, vom CfD-Modell in den PPA-Markt zu wechseln“, sagt Carolin Dähling, Leiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy.

Wichtig sei zudem, dass die Umstellung auf CfDs für kleinere Akteure unkompliziert möglich sei, so Dähling weiter. Auch für Bürgerenergiegenossenschaften müsse es finanziell stemmbar und unbürokratisch machbar bleiben, neue Anlagen zu entwickeln. Auch dürfe es nicht zu Fehlanreizen kommen, Anlagen bei hohen Strompreisen abzustellen, um der Abschöpfung zu entgehen.  

Wechselmöglichkeit zwischen PPAs und CfDs sollte gewährleistet sein

Aus dem Papier von Energy Brainpool lassen sich folgende zentrale Stellschrauben für ein ausgewogenes CfD-Design ableiten:  

  • Ein Cap & Floor-Ansatz (Mindest- und Höchstpreis pro erzeugter Megawattstunde) stellt für alle Akteure Planungssicherheit bei den Erlösen sicher. Zudem schafft er Anreize für Absicherungen am Terminmarkt und die Anwendung von systemdienlichen Betriebsmodellen. 
  • Das bei der gleitenden Marktprämie bereits erfolgreich angewandte variable Einspeiseprofil sollte beibehalten werden, um so die systemdienliche Betriebsweise der Anlagen anzureizen. 
  • Bei der Berechnung des Benchmarktpreises wird ein Mittelweg empfohlen. Die Wahl des Bezugsmarktes und des Bezugszeitraums (Day-ahead-Markt und stündliche Betrachtungsweise) sollte so ausgestaltet sein, dass zwar kurzfristige Signale aus dem Spotmarkt berücksichtigt werden, gleichzeitig aber auch Anreize für eine Terminmarktintegration vorliegen.   
  • Von hoher Relevanz ist auch eine regulierte Wechselmöglichkeit zwischen CfD-Förderung und PPA-Finanzierung, um sicherzustellen, dass langfristige Preisabsicherungen und Anreize zu systemdienlicherem Verbrauchsverhalten beibehalten werden. (lm)
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