Der Softwareanbieter für den Vertrieb und die Planung von Solaranlagen, Aurora Solar, will sich im deutschen Markt durchsetzen. "Das Potenzial für den Einsatz von künstlicher Intelligenz ist im deutschen PV-Markt noch längst nicht erschlossen", sagt Katharina Meran, General Managerin für die DACH-Region bei Aurora Solar. Das Unternehmen beschäftigt über 140 Software-Entwickler und setzt auf eine Cloud-basierte Lösung sowie die Nutzung von Künstlicher Intelligenz, um die Planungs- und Vertriebsprozesse für Solaranlagen zu beschleunigen und effizienter zu machen.
Die Software erstellt etwa 3D-Modelle von Dächern, liefert LiDAR-basierte Verschattungsanalysen und beziffert das Potenzial für den Sonnenertrag. Installateure können dank der digitalen Unterstützung die Anzahl persönlicher Termine verringern oder zeitsparend gestalten, den Kunden schneller ansprechende Angebote zukommen lassen und Effizienzen heben, etwa mit der Einbindung des CRM-Systems über die Aurora-Schnittstelle.

"Viele Solarfirmen arbeiten derzeit intern ihre Strukturen auf und überlegen sich, wie sie ihre Prozesse verbessern können." – Katharina Meran, General Managerin DACH, Aurora Solar
Digitalisierung als Schlüssel
Aurora Solar setzt dafür als Datenquellen sowohl lokale Wetter- als auch Satellitendaten ein. Zudem nutzt das Unternehmen die sogenannte LiDAR-Technologie, bei der ein Laserscanner mit Lichtimpulsen ausgewählte Gebäude und andere Objekte in einem Gebiet ausmisst. Derzeit trainiert das Greentech-Unternehmen seine KI intensiv auf den deutschen Markt, richtet sie etwa auf spezielle Maße der Dächer aus und bezieht noch mehr Daten wie die Dachneigung mit ein.
Aurora Solar will mit der eigenen Software dafür sorgen, dass Installateure und Planer wichtige Zeit sparen. "Wir haben in Deutschland einen massiven Fachkräftemangel", so DACH-Managerin Meran. "Das ist gerade im Solarmarkt ein großes Hindernis." Hinzu komme, dass der Wettbewerb im vergangenen Jahr wieder stark zugenommen habe. "Viele Solarfirmen arbeiten derzeit intern ihre Strukturen auf und überlegen sich, wie sie ihre Prozesse verbessern können." Meran hält Digitalisierung dabei für einen Schlüssel, um sich auf dem künftigen Solarmarkt zu behaupten.
Anteil von über 80 Prozent
Im US-amerikanischen Heimatmarkt ist Aurora bei privaten PV-Anlagen mit einem Anteil von über 80 Prozent bereits führend. Auch in Deutschland hat das Softwareunternehmen sich ambitionierte Ziele gesetzt. "In drei Jahren wären wir gerne einer der Haupt-Player", sagt Meran.
Derzeit beschäftigt der Softwareanbieter sieben Mitarbeiter in Deutschland, will aber bis Ende des Jahres auf zwanzig aufstocken. Das Geschäftsmodell ist dabei nicht auf die reine Planungssoftware begrenzt; auch mit PV-Großhändlern oder mit Unterkonstruktionsanbietern will man zusammenarbeiten.
Wachstum bei Gewerbe und Industrie
Neben PV-Anlagen für Privatkunden zielt Aurora Solar auch auf das Gewerbe- und Industriesegment und führt dafür die international etablierte Marke HelioScope. "Bei Gewerbe- und Industriekunden erwarten wir noch großes Wachstum", sagt Meran. Viele kommerzielle Flächen seien noch nicht mit PV-Anlagen ausgestattet, würden sich aber gut eignen. Mit Blick auf das leicht gefallene Zinsniveau erwartet die Managerin im laufenden Jahr wieder ein stärkeres Wachstum als 2023. Die außergewöhnlichen Wachstumsraten während der Energiekrise seien zwar nicht zu erreichen, der langfristige Trend zeige aber nach oben.
Im Vergleich zum US-amerikanischen Markt sieht Meran in Deutschland zudem auch einige Unterschiede. "Der deutsche Markt ist stärker regional geprägt, darauf stellen wir uns am meisten ein." Allerdings habe die deutsche Solarbranche bereits vergleichsweise viel Erfahrung gesammelt und sei damit reifer als andere Märkte – diese Erfahrung mit der Nutzung neuer Technologien zu verbinden, sei der Weg zum Erfolg. (jk)



