Das Energieunternehmen DEG Deutsche Energie GmbH kann Kunden nach eigenen Angaben nicht mehr beliefern. Vom Samstag (22. Dezember) an werde man Kunden in Deutschland keinen Strom mehr anbieten können, heißt es auf der Internet-Seite der Firma mit Sitz in Erlenbach (Baden-Württemberg). Hintergrund ist demnach die Kündigung des Stromnetzbetreibers Tennet. Auch der Netzbetreiber Amprion kündigt die Verträge einem Sprecher zufolge mit Wirkung zum Samstag. Die "Heilbronner Stimme" hatte zuvor über den Fall berichtet. Bei der DEG selbst war zunächst niemand zu erreichen.
In München springen die SWM ein
Die Kunden des Energieanbieters sitzen deshalb aber nicht über Weihnachten in dunklen und kalten Wohnungen. Sie fallen üblicherweise automatisch in die Ersatzversorgung ihres örtlichen Grundversorgers. Auch im Netzgebiet der Stadtwerke München Infrastruktur kann die DEG ihre Kunden nicht mehr mit Strom beliefern. Betroffene Kunden werden vom örtlichen Grundversorger, den Stadtwerken München (SWM Versorgungs GmbH), weiterhin mit Strom beliefert.
Die DEG mit nach eigenen Angaben rund 50.000 Kunden und 100 Mitarbeitern in Deutschland dürfte in finanziellen Schwierigkeiten stecken – ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sei unausweichlich, heißt es auf der Webseite. Zuletzt machte die Firma einen Umsatz von 800 Mio. Euro.
Laut "Heilbronner Stimme" gehört neben der Hamburger Elbphilharmonie auch der Deutsche Bundestag zu ihren Kunden. Erst vor einigen Monaten hatte die DEG in Erfurt den Zuschlag für die Versorgung der städtischen Liegenschaften erhalten und mitKampfpreisen die Stadtwerke Erfurt ausgestochen – dies hatte bei einigen Lokalpolitikern für Unverständnis gesorgt.
Zahlungsverzug bei Ökostrom-Umlage
Nach Darstellung von Tennet hat die DEG es trotz mehrfacher Aufforderung versäumt, die anfallende Ökostrom-Umlage an den Netzbetreiber zu zahlen. Es gehe auch darum, Schaden zu Lasten aller Verbraucher abzuwenden, die am Ende für die ausbleibenden EEG-Zahlungen aufkommen müssten, erklärte eine Sprecherin. Auch bei der TransnetBW, die das Übertragungsnetz in Baden-Württemberg betreibt, ist die DEG laut einer Sprecherin in Zahlungsverzug. Hier beobachte man den Fall bislang aber noch. (hoe/dpa)


