Windräder drehen sich im Uhrzeigersinn. Die großen Windkraft-Produzenten haben das einmal festgelegt. Doch nun stieß eine Arbeitsgruppe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Leitung von Antonia Englberger und Andreas Dörnbrack bei Computer-Simulationen der Strömungsverhältnisse auf überraschende Erkenntnisse: In Windparks wären linksdrehende Windräder besser.
Das schreibt der "Tagesspiegel" unter Berufung auf die DLR-Studie. Die Feststellung betrifft nicht einzelne Windräder, sondern nur Anlagen in einem Windpark. Denn der Effekt entsteht erst in der zweiten Reihe. Laut dem Bericht geht es im Wesentlichen darum, dass sich die linksdrehenden Nachlauf-Winde und die nach rechts gescherten Umgebungswinde vor allem nachts gegenseitig schwächen.
Größerer Wirkungsgrad
Die Auswirkungen sind durchaus beträchtlich. Das DLR beziffert die mögliche, höhere Energieausbeute mit 23 Prozent. Dass der Linksdreh bei den Nachlauf-Winden besser ist, betrifft übrigens nur Windräder auf der Nordhalbkugel, dort stehen 90 Prozent der Anlagen weltweit. Für die südliche Halbkugel sind die rechtsdrehenden Windräder schon jetzt gut geeignet.
Laut dem "Tagesspiegel" würde es sich nicht lohnen, die Produktion in der Nordhalbkugel auf linksdrehende Windräder umzustellen. Denn dafür müssten nicht nur die Profile der Rotorblätter geändert werden. Auch das Zahnradgetriebe müsste neu geplant und konstruiert werden.
Erste praktische Bestätigung
Dennoch meinen Englberger und ihre Kollegen, dass ihre Studie mehr als nur akademische Aufmerksamkeit finden sollte. Sie weisen auf eine einjährige Messreihe einer Wetterstation im US-Bundesstaat Iowa hin, bei der die in ihrer Simulation angenommenen Windverhältnisse immerhin in 76 Prozent aller Nächte für jeweils zehn Stunden aufgetreten war. (hp)



