Eine unerwartete Nachricht des französischen Energiekonzerns EDF hat den europäischen Strommarkt weiter verunsichert.

Eine unerwartete Nachricht des französischen Energiekonzerns EDF hat den europäischen Strommarkt weiter verunsichert.

Bild: © Dorian Hurst/Unsplash

Einmal mehr hat eine Korrektur des französischen Energieriesen EDF Europas Strommärkte durchgerüttelt.

In zwei dürren Sätzen erklärte der Staatskonzern am Dienstag, dass er schätzungsweise nur noch 295 bis 315 TWh Strom in diesem Jahr liefern werde und nicht mehr wie vorher geplant 300 bis 330 TWh.

Alternde Atommeiler

Seit Wochen bereiten alternde und überholungsbedürftige Atommeiler der EDF Probleme. Acht der insgesamt 56 EDF-Kernkraftwerke in Frankreich sind aktuell nicht am Netz.

Dazu gehören die Reaktoren in Chooz nahe der belgischen Grenze mit einer Leistung von jeweils 1,45 GWh. Sie sind wegen ungeplanter Wartungsarbeiten seit Dezember abgeschaltet. Drei weitere Kernkraftwerke sollen in den nächsten Monaten vom Netz gehen.

Zukauf deutschen Stroms

Die Folge: Frankreich muss wohl auch Strom aus dem Ausland zukaufen – auch aus Deutschland. Dabei handelt es sich in der Regel um Strom aus fossilen Kraftwerken, die etwa im Westen Deutschlands gehäuft vorkommen.

Im Januar exportierte die Bundesrepublik netto fast 300 GWh nach Frankreich.

CO2-Preis auf Rekordhoch

Mehr erwarteter Strom aus fossilen Kraftwerken bedeutet auch höhere Nachfrage nach CO2-Zertifikaten. Und tatsächlich stieg der Preis im Europäischen Emissionshandel am Dienstag zwischenzeitlich auf einen neuen Rekordwert von 98 Euro pro Tonne CO2, wie der Branchendienst Montel berichtete. Am Nachmittag notierte der Wert nach Angaben der Energiebörse EEX dann bei knapp 97 Euro.

Auch der Frontjahreskontrakt legte am Dienstag zu und lag am Nachmittag bei 143 Euro pro MWh. Damit setzt er seinen Mitte Januar beginnenden Aufwärtstrend fort.

Wind hält Preise in Schach

Preisdämpfend wirken dagegen zurzeit hohe Windeinspeiseraten ins deutsche Netz. Dienstagmittag wurden nahezu 40 GW Windenergie erzeugt und damit in etwa die Hälfte der Stromproduktion in Deutschland insgesamt, wie aus Daten der Bundesnetzagentur hervorgeht.

Das führt dazu, dass Strom am deutschen Spotmarkt aktuell auch deutlich günstiger als in Frankreich ist. Nach Angaben der Kurzfristbörse Epex Spot lag der Day-Ahead am Dienstagnachmittag hierzulande bei 166 Euro und in Frankreich bei 209 Euro pro MWh. (aba)

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