Peter Reitz, Chef der europäischen Energiebörse EEX, nimmt den Strommarkt angesichts turbulenter Wochen in Schutz. "Ich sehe keine Überforderung der Märkte", sagte der Manager im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass die Preisfindung über die Märkte auch in unsicheren Zeiten gut funktioniere.
Rekordpreise und die hohe Volatilität im vierten Quartal seien zwar außergewöhnlich gewesen, sagte Reitz. Die Preissprünge hätten sich aber nur bedingt auf das Geschäft der EEX ausgewirkt.
Keine Strukturbrüche
Auf dem Strom-Terminmarkt, dem größten Segment der EEX entfielen 2021 auf das letzte Jahresviertel 29 Prozent des Gesamtsjahr-Volumens. Das ist lediglich ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Und auch aufseiten der Marktteilnehmer waren die Reaktionen laut Reitz überschaubar.
"In volatilen Märkten wird traditionell eher zurückhaltend agiert", sagte Reitz. Lediglich zwischen den Marktteilnehmern habe es Verschiebungen gegeben. Sogenannte Strukturbrüche jedoch habe er nicht beobachtet. Solche Brüche würden für ein nachhaltig verändertes Verhalten der Handelspartner an der Börse sprechen, etwa bei den Laufzeiten der Termingeschäfte. Auch Marktaustritte habe es kaum gegeben.
Rekordjahr für Herkunftsnachweise
Im vergangenen Jahr steigerte die EEX ihren Umsatz um elf Prozent auf 363 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um mehr als ein Drittel auf fast 138 Millionen Euro.
Bis Jahresende 2021 verkaufte die EEX im frisch gestarteten deutschen nationalen Emissionshandelssystem insgesamt 287 Millionen CO2-Zertifikate. Ein Rekordjahr verzeichnete die Börse nach eigenen Angaben bei Herkunftsnachweisen. Mehr als 1700 TWh an grünen Zertifikaten wurden demnach 2021 in den Registern der EEX Group bewegt. Das habe der Häkfte des gesamten in Europa zirkulierenden Volumens entsprochen. (aba/dpa)


