Die Stromkosten für ein effizientes Heizsystem mit Wärmepumpe liegen laut einer Verivox-Analyse im bundesweiten Durchschnitt rund 39 Prozent unter den Gaskosten.

Die Stromkosten für ein effizientes Heizsystem mit Wärmepumpe liegen laut einer Verivox-Analyse im bundesweiten Durchschnitt rund 39 Prozent unter den Gaskosten.

Bild: © BillionPhotos.com/Adobestock

Immer mehr Unternehmen und Verbraucher:innen planen die Anschaffung von Wärmepumpen, Solaranlagen (PV-Anlagen), Batteriespeichern und Wallboxen/Ladesäulen. Doch viele Stromnetzbetreiber scheinen bei der Informationsbereitstellung zu diesen Energiewendethemen überfordert zu sein. Dies ist die zentrale Erkenntnis einer Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint. Laut Pressemitteilung wurden 55 Stromnetzbetreiber angeschrieben.

Die BearingPoint-Studie hebt hervor, dass die Genehmigungs- und Zulassungsprozesse bei vielen Stromnetzbetreibern nicht einheitlich und zudem oft intransparent seien. So zeige sich, dass auf identische Kundenanfragen widersprüchlich vonseiten der Stromnetzbetreiber und der häufig als Muttergesellschaften fungierenden Energievertriebe geantworte werde.

Fragen bleiben unbeantwortet

Laut der Studie ist die Dauer der Beantwortung der Kundenanfragen "insgesamt deutlich zu lang". Auch werden Fragen "häufig gar nicht oder sehr kompliziert" beantwortet. Informationen zu den Anforderungen für die Anmeldung oder Genehmigung von alternativen Energieanlagen sind auf vielen Webseiten der Stromnetzbetreiber "häufig nicht direkt oder teilweise gar nicht" zu finden. Dies betrifft insbesondere Wärmepumpen und Energiespeicher. Darüber hinaus würden laut der Studie viele Stromnetzbetreiber ihre Prozesse nicht anpassen und verweisen für weitere Informationen auf Elektroinstallateure in der Region.

Digitalisierung könnte helfen, wird aber nicht umgesetzt

"Unsere Stichprobe zeigt: Das Kundenbedürfnis nach Information und einfachen Prozessen überfordert die Stromnetzbetreiber derzeit häufig", sagt Marion Schulte, Partnerin und Leiterin des Bereichs Energiewirtschaft bei BearingPoint. Ein weiteres Problem: Die Unternehmen hätten viele Aufgaben. "Die technische Prüfung ist teils komplex und benötigt oftmals auch ein Aufrüsten der Netze. Dies ist aber dem Kunden nicht zu vermitteln und hilft nicht, die Energiewende zu beschleunigen."

Durch digitalisierte Prozesse könne dies gelöst werden. Aber es muss vom Kunden heraus gedacht werden. Das derzeitige Bild zeigt: Anmelde- und Genehmigungsprozesse und Formulare würden laut der Studie den Kund:innen nicht digitalisiert zur Verfügung gestellt. Dort, wo es bereits digitalisierte Angebote gebe, sei die Digitalisierung häufig nicht vollständig umgesetzt. (gun)

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