Statkraft Markets, die Düsseldorfer Tochter des norwegischen Stromkonzerns, stellt von sofort an ständig Großhandelspreise für Strom auf "Enmarket". Dies ist der Preisbildschirm und bilaterale Klickhandelsplatz für Strom und Gas, der von dem Start-up Enmacc betrieben wird. Diese Marktmacher-Rolle von Statkraft verkündeten beide Partner am Montag.
Demnach können Stadtwerke und Industrieeinkäufer auf "Enmarket" ständig Strompreise zum Kauf oder Verkauf erfahren und auch Abschlüsse tätigen, und zwar in kleineren Mengen als jenen, die an den Energiebörsen und auf den Brokerplattformen üblich sind.
Was ist ein Marktmacher?
Das konnten sie zwar theoretisch bisher auch schon, aber jetzt ist auch stets ein Gegenpart zur Hand, nämlich Statkraft. Das ist die Funktion eines Marktmachers (market maker). Nur noch der Preis muss dem Lokalversorger passen. Einzelheiten zu Handelsgrößen wurden nicht mitgeteilt.
Auf "Enmarket" und "Entender", der Ausschreibungsplattform von Enmacc, sind nach Firmenangaben insgesamt mehr als 150 Unternehmen vertreten. Wingas ist seit April Marktmacher für Erdgaslieferungen, Statkraft nun für Strom. Enmacc-Geschäftsführer Volker Puck teilte der ZfK mit, man schalte die Marktteilnehmer jetzt sukzessive für Statkraft frei, und zwar vom Spot bis zur Jahreslieferung für 2022 – sofern sie einen Rahmenvertrag mit dem Vorlieferanten haben. Weitere Marktmacher seien gerade in der Prüfung.
Dritte Finanzierungsrunde "entspricht Erwartungen"
Puck bestätigte Marktgerüchte nach einer dritten Finanzierungsrunde für Enmacc. Diese sei abgeschlossen und entspreche den Erwartungen. Wie viel Enmacc diesmal eingespielt hat und von wem, wollte Puck nicht sagen. Man verwende das zusätzliche Wagniskapital für die Europäisierung der Plattform, vor allem für den Aufbau eines Vertriebs in anderen Ländern Europas. Die erste Finanzierungsrunde Anfang 2017 hatte drei Mio. Euro ergeben, von Risikokapitalgebern wie "Cherry Ventures" und "Berlin Ventures", so das Fachportal "Gründer Szene". Enmacc war im September 2016 unter anderem von Puck gegründet worden.
"Exklusive Systeme sind nicht die Zukunft"
Patrick Koch, Leiter des Kundengeschäfts bei Statkraft, begründet den Schritt, auf "Enmarket" zu gehen, ausdrücklich mit der Idee von Plattformen, die Wettbewerber bündeln. Mit Bezug auf Geschäftskundenportale großer Vorlieferanten schreibt Koch: „Wir sind davon überzeugt, dass die herkömmlichen, auf Exklusivität aufbauenden Systeme nicht die Zukunft sind. Wettbewerb ist und bleibt die Grundlage für einen effizienten Markt." (geo)



