Mehrere Leinen fixieren die schwimmende Offshore-Windturbine am Meeresboden.

Mehrere Leinen fixieren die schwimmende Offshore-Windturbine am Meeresboden.

Bild: © Kværner

Bereits seit mehreren Jahren erprobt Equinor Floating-Offshore-Systeme. Ein Testfeld betreiben die Norweger bereits vor der Küste Schottlands, jetzt geht es in heimische Gewässer. Elf schwimmende Windkraftanlagen mit insgesamt 88 MWp sollen bis 2022 in der Nordsee vor Norwegen entstehen.

Für schwimmende Windparks sind das völlig neue Dimensionen. Während die Technologie vielerorts zwar bereits erprobt wird, aber noch in den Kinderschuhen steckt, gilt Equinor als Vorreiter der Technologie. Bereits 2017 haben die Norweger einen Meilenstein erreicht. Fünf Anlagen à 6 MW wurden unter dem Namen "Hywind Schottland" in Betrieb genommen.

Kostendegression von 40 Prozent angestrebt

Das norwegische Pendant dazu soll nun "Hywind Tampen" heißen und etwa 35 Prozent des jährlichen Strombedarfs von fünf Öl-und Gasplattformen des Staatskonzerns decken. Dabei ist Equinor vor allem bestrebt, die schwimmenden Anlagen konkurrenzfähig zu machen, noch hapert es nämlich an der Wirtschaftlichkeit.

"Durch den Einsatz größerer Turbinen, Betonunterkonstruktionen, neuer Technologie und einer neuen Montagemethode sind wir auf dem besten Weg, das Ziel zu erreichen, die Kosten im Vergleich zu Hywind Schottland um mehr als 40 Prozent zu senken. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Etablierung von schwimmendem Wind als nachhaltige Energieversorgungsalternative", erklärt Olav-Bernt Haga, Projektleiter von Hywind Tampen.

Konkurrenzfähig bis 2030

Bis 2030 sollen schwimmende Offshore-Parks mit anderen Energieformen konkurrenzfähig sein, heißt es aus Oslo. Sollte das klappen, würde das der Energiewende ganz neue Potenziale verschaffen. Etwa 80 Prozent der weltweiten Offshore-Windressourcen befinden sich in Tiefseegebieten, die für Bottom-Fixed-Anlagen nicht zugänglich sind. Zudem könnten die Erträge auf hoher See deutlich gesteigert werden, denn die Windstärken sind im Vergleich zur Küstennähe deutlich höher.

In Deutschland arbeiten sowohl RWE als auch EnBW an Floating-Systemen. Wenn "Hywind Tampen" ans Netz geht, verfügt Equinor nach eigenen Angaben über ein Drittel der weltweit schwimmenden Offshore-Kapazitäten. (lm)

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