Strom

Erneuerbare decken 2022 fast die Hälfte des Bruttostromverbrauchs

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit steht nun auch die Bilanz der Erneuerbaren-Einspeisung für 2022. Erfreulicherweise hat der regenerative Anteil am Strommix weiter zugenommen.
16.12.2022

Wind und Solar sind die Grundsäulen des Erneuerbaren Ausbaus (Symbolbild).

Erneuerbare Energien haben im Jahr 2022 rund 47 Prozent des Bruttostromverbrauchs gedeckt. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des BDEW. Damit ist der Anteil um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Für den Zuwachs verantwortlich seien vor allem der windreiche Jahresbeginn mit Rekordwerten in der Stromerzeugung aus Windenergie an Land und die sonnigen Sommermonate. Auch bei Windenergie auf See und Biomasse gab es leichte Zuwächse.

Insgesamt wurden dieses Jahr rund 574 Mrd. kWh Strom erzeugt – knapp zwei Prozent weniger als im Jahr 2021 (2021: 585 Mrd. kWh). Davon stammten 256 Mrd. kWh aus Erneuerbaren (2021: 237,1 Mrd. kWh): Windkraftanlagen an Land machten mit 99 Mrd. kWh den größten Anteil der regenerativen Stromerzeugung aus (2021: 90,6 Mrd. kWh). Photovoltaikanlagen lieferten gut 62 Mrd. kWh (2021: 51,4 Mrd. kWh), dicht gefolgt von Biomasse (einschl. dem biogenen Anteil der Siedlungsabfälle) mit knapp 47 Mrd. kWh (2021: gut 45,4 Mrd. kWh). Rund 25 Mrd. kWh Strom stammten aus Windenergieanlagen auf See (2021: 24,4 Mrd. kWh). Wasserkraftanlagen lieferten knapp 18 Mrd. kWh (2021: 19,4 Mrd. kWh).

Energiewende vor allem nachfrageseitige getrieben

Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW betont angesichts dieser Ergebnisse: „In der aktuellen Situation sind es vor allem produzierende Unternehmen auf der Nachfrageseite, die mit erheblichen Investitionen in erneuerbare Energien vorangehen. Dies geschieht nicht nur, um kurzfristig die Auswirkungen der Energiepreiskrise auf das eigene Geschäft zu reduzieren, sondern auch, um sich langfristig gegen steigende Preise abzusichern und Lieferabhängigkeiten zu vermeiden. Zusammen mit den vielfältigen Aktivitäten zum Erreichen einer klimaneutralen Produktion macht dies aktuell die Unternehmen zu einer treibenden Kraft für den Klimaschutz“.

Damit Unternehmen und Projektierer die Energiewende weiter voranbringen können, ist die Politik gefragt, mahnt Staiß: „Es ist jetzt an der Politik, mit der Festlegung des rechtlichen Rahmens das Marktumfeld schnellstens so zu gestalten, dass eine hohe Ausbaudynamik ermöglicht wird. Das betrifft die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien, aber auch den Aufbau der Produktionskapazitäten für Elektrolyseanlagen für grünen Wasserstoff sowie die Infrastrukturen für Strom- und Wasserstoffnetze oder Betankungs- und Schnelllademöglichkeiten für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.“ (lm)