Schon jetzt stammt mehr als die Hälfte des in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Direktvermarkter vermarkten vor allem Grünstrom.

Schon jetzt stammt mehr als die Hälfte des in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Direktvermarkter vermarkten vor allem Grünstrom.

Bild: © Frank Rumpenhorst/dpa

Erneuerbare Energien aus Wind und Sonne haben in den ersten drei Quartalen dieses Jahres mehr als die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Genau waren es rund 52 Prozent - ein Plus von knapp fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien spielt eine zentrale Rolle der Bundesregierung, um Klimaziele zu schaffen und unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden.

Gaskraftwerke nötig

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae erklärte, besonders Photovoltaikanlagen leisteten einen immer größeren Beitrag zur Stromversorgung. Klar sei aber auch, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien schwanke. In Zeiten, in denen die Sonne nicht scheine und der Wind nicht wehe, seien Gaskraftwerke nötig, in denen auch Wasserstoff verbrannt werden könne. "Es ist daher wichtig, dass der Bau solcher flexiblen Kraftwerke angereizt und Investitionssicherheit geschaffen wird."

700.000 neue PV-Anlagen

Der Ausbau der Solarenergie übertrifft schon jetzt die Ausbauziele der Bundesregierung für das Gesamtjahr 2023. Von Januar bis August 2023 sind bereits über 700.000 neue Solaranlagen mit einer Leistung von rund 9.200 MW in Betrieb gegangen, wie aus einer ersten Auswertung von Daten des bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) geführten Marktstammdatenregisters (MaStR) durch das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster hervorgeht.

"Schreibt man das bisherige PV-Zubauwachstum in Deutschland bis zum Jahresende fort, dann werden 2023 über eine Million neue Solaranlagen mit rund 13.000 MW Solarleistung in Betrieb gehen", sagt IWR-Chef Norbert Allnoch.

Über 15 GW in 2023

Die Gründe für das Wachstum seien unter anderem der Boom bei kleinen Balkon-Solaranlagen sowie die gesunkenen Preise Solarmdule. Zudem setzten Gewerbetreibende immer häufiger eigene Solaranlagen, um sich vor unverhofften Preissprüngen auf dem Strommarkt zu schützen.

Für das Gesamtjahr 2023 rechnet das IWR damit, dass die neu ans Netz angeschlossene Wind- und Solarleistung in Deutschland über 15.000 MW (15 GW) erreichen könnte. Die zusätzliche Stromerzeugung allein durch den Wind- und Solarzubau 2023 beträgt danach jährlich ca. 20 Mrd. kWh Strom. (jk mit dpa)

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