Erstmals überhaupt kam die Mehrheit des in Deutschland produzierten Nettostroms an einem Oktober aus erneuerbaren Quellen. Wie Daten der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts zeigen, stammten im abgelaufenen Monat 50,3 Prozent aus regenerativen Erzeugungsanlagen.
Wie schon im vergangenen Jahr übersprang Wind dabei die 30-Prozent-Marke (30,4 Prozent). So stark wie nie in einem Oktober präsentierte sich zudem die Solarenergie. Sie steuerte 8,3 Prozent zum deutschen Strommix bei.
Kohle wieder wichtigster Energieträger
Gefragt war weiterhin Strom aus Kohlekraftwerken. Kohle trug 30,8 Prozent und damit leicht mehr als Windkraftanlagen zum Strommix bei.
Der Gasanteil fiel im Vergleich zum Vorjahr dagegen zurück und landete laut Energy-Charts bei 6,3 Prozent. Hauptgrund dafür dürften die außergewöhnlich hohen Gaspreise im Großhandel gewesen sein, was sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit von Gaskraftwerken auswirkte.
Entlastung für Börsenstrompreis
Der überdurchschnittliche Erneuerbaren-Beitrag trug dazu bei, dass die Strompreise in Deutschland nicht so hoch waren wie in Nachbarländern wie Frankreich oder den Niederlanden. "Alle Länder mit geringen Anteilen an erneuerbaren Energien hatten hähere Day-Ahead-Preise", bestätigt Bruno Burger, Professor am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme und Energy-Charts-Betreiber.
Strom in Deutschland billiger als in Frankreich
Nach Energy-Charts-Berechnungen lag der Börsenstrompreis in Deutschland im Oktober durchschnittlich bei 139,54 Euro pro MWh (arithmetischer Mittelwert).
In den Niederlanden waren es demnach 163,81 Euro pro MWh, in Frankreich 172,54 Euro pro MWh und in Norditalien 218,58 Euro pro MWh. Betrachtet wurden jeweils die Day-Ahead-Preise.
Strompreis in einem Jahr mehr als verdreifacht
Insgesamt fiel laut Energy-Charts der durchschnittliche Börsenstrompreis (Day-Ahead) in Deutschland so hoch aus wie noch nie in einem Monat zuvor. (Daten sind bis ins Jahr 2010 einsehbar.) Im Vormonat waren es 128,37 Euro pro MWh gewesen.
Im Vorjahreszeitraum hatte eine MWh Strom sogar nur 43,62 Euro pro MWh gekostet. (aba)
Täglich aktualisierte Energiedaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit Energy Brainpool befüllt wird.



