Die zwei Meter hohe Anlage am zentralen Busbahnhof in Bamberg ist für Bosch das erste Projekt im Realbetrieb.

Die zwei Meter hohe Anlage am zentralen Busbahnhof in Bamberg ist für Bosch das erste Projekt im Realbetrieb.

Bild: © Bosch

Eine erste stationäre Brennstoffzelle versorgt Bamberg künftig mit klimafreundlichen Strom. Die zwei Meter hohe kühlschrankgroße Anlage erzeuge rund 10 Kilowatt Strom, teilten der Hersteller Bosch und die Stadtwerke Bamberg am Montag mit.

Damit soll der Bedarf von mehr als 20 Haushalten mit vier Personen rund um den Busbahnhof gedeckt werden. Die entstehende Wärme werde eine Bäckerei zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung nutzen.

Anlage ist bereits wasserstofffähig

Zum ersten Mal erprobe das Unternehmen damit eine stationäre Brennstoffzelle unter Realbedingungen, sagte eine Sprecherin von Bosch. Bisher sei die Anlage nur in den Werken getestet worden. In drei Jahren soll die Serienfertigung starten, das Unternehmen will bis dahin einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.

Die neue Anlage in Bamberg werde anfangs noch mit Erdgas betrieben, sei aber bereits wasserstofffähig. Schon jetzt spare die Brennstoffzelle dabei bis zu 40 Prozent an CO2-Missionen im Vergleich zum Strom-Mix in Deutschland, betonte das Unternehmen.

Die stationäre Brennstoffzelle (SOFC) soll gegenüber dem Strom-Mix in Deutschland CO2-Missionen einsparen.Bild: © Bosch

Fiedeldey sieht Potenziale für Quartiersentwicklung

Der Einsatz der stationären Brennstoffzelle in einem Stadtquartier ist nicht nur für Bosch ein wichtiges Anwendungsfeld, auch die Stadtwerke Bamberg sehen in der Technologie eine nachhaltige Lösung für die Energieversorgung im Bestand und bei der Entwicklung neuer Quartiere.

"Mit der Brennstoffzelle werden wir Erfahrungen sammeln, die künftig bei der Energieversorgung bestehender Gebäude und neuer Quartiere einen nachhaltigen Nutzen schaffen sollen", ist sich Michael Fiedeldey, Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg, sicher.

InnoLab soll für interssierte Bürger öffnen

Zugleich will der Kommunalversorger die neue Technik für alle Bürger erlebbar machen. "Deshalb stellen wir sie nicht in irgendeinen Keller, sondern mitten auf den ZOB als Verkehrsdrehscheibe für über 20.000 Menschen am Tag". Sobald es die Situation wieder zulasse, werde das InnoLab am Busbahnhof regelmäßig für interessierte Gäste geöffnet sein, so Fiedeldey weiter.

In einer Brennstoffzelle reagiert ein Brennstoff - meist Wasserstoff - mit Sauerstoff, wodurch elektrische Energie freigesetzt wird. Damit könnte in Zukunft nachhaltig Energie für Städte, Fabriken, Rechenzentren oder Ladeparks von Elektro-Fahrzeugen gewonnen werden. Das Prinzip wird immer wieder auch als möglicher Antrieb für Autos gehandelt, konnte sich bislang aber nicht durchsetzen. (dpa/jk)

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