Der nach Angaben der Projektpartner deutschlandweit erste Solardach-Radweg ist am Donnerstag in Freiburg eröffnet worden. Das Pilotprojekt soll erneuerbare Energieerzeugung im dicht besiedelten, urbanen Raum möglich machen, wie der Energieversorger Badenova Wärmeplus mitteilte.
Dazu wurde der Radweg an der Freiburger Messe auf einer Länge von 300 Metern mit mehr als 900 Solarmodulen überdacht. Die Solaranlage soll pro Jahr etwa 280 000 Kilowattstunden Ökostrom erzeugen, was dem jährlichen Strombedarf von mehr als 180 Menschen entspreche.
Ziel des Projekts von Badenova Wärmeplus, der Stadt Freiburg und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE war den Angaben nach, ein Standard-Tragesystem zu entwickeln, das dann zu geringeren Kosten an anderen Standorten verwendet werden kann. Das Pilotprojekt kostete einem Badenova-Sprecher zufolge etwa eine Million Euro.
Hölscher: "Weitere PV-Flächen im urbanen Raum erschließen"
„Gemeinsam mit der Stadt Freiburg und dem Fraunhofer ISE haben wir ein Vorbild geschaffen. Nun müssen wir weitere Flächen im urbanen Raum, sei es auf Dachflächen, auf Verkehrsflächen oder Freiflächen, erschließen. Unser Ziel dabei: gemeinsam mit der Windkraft unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um den Faktor 10 zu steigern", bekräftigte Badenova-Vorstand Heinz-Werner Hölscher:
„Wir müssen Photovoltaik neu denken, damit wir weitere Projekte dieser Art in das Stadtbild integrieren können. Dieses Pilot-Projekt zeigt, wie urbane Räume doppelt nutzbar sind: Radfahrende können den Weg sicher passieren und gleichzeitig wird Strom erzeugt", ergänzte Klaus Preiser, Geschäftsführer der Badenova Wärmeplus.
Fraunhofer ISE will PV-Strom für seine Labore nutzen
Komplett fertiggestellt war der Radweg bei der Eröffnung allerdings noch nicht: In den kommenden Wochen soll er noch mit dem Fraunhofer ISE verbunden werden, damit das Institut den Strom für seine Labore nutzen kann. Wissenschaftlerin Karolina Baltins sagte in einer Mitteilung: «Wir greifen die gesammelten Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt auf und lassen sie in unsere Forschung mit einfließen, um weitere Photovoltaik-Lösungen im urbanen Raum zu entwickeln.» (dpa/hoe)



