50Hertz-Chef Stefan Kapferer wird am 20. November bei der Eröffnung des deutsch-dänischen hybriden Offshore-Interkonnektors sprechen.

50Hertz-Chef Stefan Kapferer wird am 20. November bei der Eröffnung des deutsch-dänischen hybriden Offshore-Interkonnektors sprechen.

Bild: © Kay Nietfeld/dpa

Die EU-Kommission hat dem gemeinsamen deutsch-dänischen Ostseeprojekt Kriegers Flak Combined Grid Solution (KF CGS) eine Ausnahmeregelung bewilligt.

Demnach müssen die Verantwortlichen nicht, wie eigentlich vorgesehen, mindestens 70 Prozent der Kapazität grenzüberschreitenden Stromleitungen zwischen europäischen Ländern für den internationalen Stromhandel zur Verfügung stellen, teilt der am Projekt beteiligte Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit. Er begrüßt die Entscheidung.

EU-Ausnahmeregelung

Die Ausnahmeregelung ist zunächst auf zehn Jahre befristet und beinhaltet eine Verlängerungsoption auf insgesamt maximal 25 Jahre.

Die nun von der EU Kommission beschlossene Ausnahmeregelung sieht laut 50Hertz Folgendes vor: Zuerst wird die vortägliche Prognose für die Windeinspeisung der beteiligten Offshore-Windparks Baltic 1, Baltic 2 und Kriegers Flak Dänemark abgezogen. Die verbleibende Kapazität muss dem Markt für grenzüberschreitenden Stromhandel zwischen Deutschland und Dänemark zur Verfügung gestellt werden.

50Hertz-Chef erfreut

Die Verantwortlichen hatten befürchtet, dass die Windparks andernfalls nicht entsprechend ausgelastet und mitunter unwirtschaftlich seien.

"Die EU-Entscheidung zeigt, dass Projekte wie die bereits vor mehr als zehn Jahren geplante und nunmehr schon eingeweihte KF CGS möglich sind, obwohl sich im Zuge des Projektfortgangs der rechtliche Rahmen durch das Clean Energy Package mit der 70-Prozent-Regelung geändert hat", kommentierte Stefan Kapferer, Chef von 50Hertz, in einer Pressemitteilung.

Offshore-Wind voll nutzbar

"Damit kann die CO2-freie Stromerzeugung der Offshore-Windparks Kriegers Flak, Baltic 1 und Baltic 2 komplett genutzt werden, da nur die verbleibende Leitungskapazität dem Stromhandel dient."

Der Ostsee-Interkonnektor KF CGS verbindet zwei Umspannplattformen von Offshore-Windparks in der Ostsee sowohl miteinander als auch mit deren bestehenden Seekabel-Landverbindungen. Dadurch kann Offshore Windstrom nach Dänemark oder nach Deutschland geleitet und zusätzlich für den grenzüberschreitenden Stromhandel genutzt werden.

50Hertz betreibt Netzanbinudungen

Die KF CGS nutzt die von 50Hertz betriebenen Netzanbindungen der deutschen Windparks Baltic 1 (28 MW, Betreiber EnBW) und Baltic 2 (288 MW, Betreiber EnBW) sowie die Netzanbindung von Energinet zu dem in Bau befindlichen Windpark Kriegers Flak (600 MW, Betreiber Vattenfall) in Dänemark. (ab)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper