Die Merit-Order steht für die Reihenfolge, in der die an der Strombörse anbietenden Kraftwerke eingesetzt werden. Sie orientiert sich an den Grenzkosten. Den Einfluss politischer und marktlicher Entwicklungen auf die Merit-Order des deutschen Kraftwerksparks kann man jetzt mit einem neu entwickelten Tool analysieren und darstellen. Entwickelt haben es Forscher des Energiewirtschaftlichen Instituts zu Köln (EWI).
Mit dem frei zugänglichen neuen Instrument lassen sich mit wenigen Klicks die Auswirkungen veränderter Rahmenbedingungen sehen und auch grafisch ablesen, erklärt Fabian Arnold, Research Associate am EWI. Das Tool ermöglicht die Bestimmung und grafische Repräsentation der mittleren Merit-Order des konventionellen Kraftwerksparks 2018.
BNetzA-Kraftwerksliste als Basis
Der angenommene Kraftwerkspark basiert auf der Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur (BNetzA, 2019). Darauf aufbauend wurden die einzelnen Kraftwerksblöcke der jeweiligen Erzeugungstechnologie zugeordnet und mithilfe zusätzlicher Quellen für jeden Block der elektrische Wirkungsgrad (Effizienz) festgelegt.
Kraftwerke können aus Merit Order entfernt oder hinzugefügt werden
Um die durchschnittliche Merit-Order des konventionellen Kraftwerksparks 2018 abzubilden, wurden Standardannahmen für die weiteren Parameter (Brennstoffpreis, Emissionszertifikatspreis, Transportkosten, sonstige variable Kosten, Nicht-Verfügbarkeiten und Emissionsfaktoren) festgelegt.
Die Nutzer können die der Merit-Order zugrundeliegenden Annahmen variieren, um den Effekt veränderter Brennstoffpreise oder anderer Annahmen zu untersuchen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Kraftwerke aus der Merit-Order zu entfernen oder hinzuzufügen. So können der Einfluss von Kraftwerksstilllegungen oder -zubauten auf die Merit-Order analysiert und visualisiert werden. Unter diesem Link gelangen Sie direkt zu dem neuen Werkzeug. (hoe)



