Gemeinsam mit dem Fraunhofer IEE sowie dem Umweltplanungsbüro Bosch & Partner zeigt der BWE anhand einer bundesweiten Raumbewertung auf, dass über alle 16 Bundesländerausreichend Flächen verfügbar sind, um das Mindestziel von zwei Prozent der Bundesfläche für die Windenergie zu erreichen. Hierfür hat der Verband seine Studie zu den Flächenpotenzialen aus dem Jahr 2011 aktualisiert.
Unter Berücksichtigung öffentlich zugänglicher Daten hat die Neuauflage der Studie eine bundesweiten Raumbewertung vorgenommen und auf deren Grundlage Potenzialflächen für die Windenergienutzung in den Bundesländern erarbeitet. Dazu wurden zunächst alle kategorischen Ausschlussflächen ermittelt. Die danach verbliebenen Flächen wurden in sechs verschiedene Konfliktrisikoklassen von Klasse 1 (sehr geringes Konfliktrisiko) bis Klasse 6 (sich überlagerndes, hohes Risiko) eingeteilt. Gemäß dieser Analyse sind 26,1 Prozent der Bundesfläche (93.268 Quadratkilometer) keine Ausschlussflächen und potenziell für Windkraft geeignet.
Flächenläder nutzen Potenzial zu wenig
„In den Flächenländern gibt es nachweislich mehr als genug Platz. Die Flächenpotenziale für den Ausbau der Windenergie und damit ausreichende Energieproduktion sind eindeutig vorhanden“, betont Hermann Albers, Präsident des BWE und ergänzt: „Dies weisen wir auch für Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen nach. Die drei Länder hängen beim Ausbau bislang deutlich hinterher. Angesichts der energieintensiven Industrien besteht hier enormer Nachholbedarf.“
So hat eine kürzlich veröffentlichte Umfrage von der dpa gezeigt, dass Baden-Württemberg derzeit nur 0,2 Prozent seiner Fläche für den Windkraftzubau nutzt, in Bayern sind es 0.69 Prozent und in Sachsen 0,3 Prozent. Möglich wären laut BWE-Studie jedoch deutlich mehr: Baden-Württemberg könnte 3,6 Prozent ausweisen inklusive Repowering, Bayern 4,6 Prozent und Sachsen sogar 5,4 Prozent. Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt mit 11,1 Prozent. Einzig und allein die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg haben weniger als zwei Prozent Flächenpotenzial.
Strombedarfsprognose muss eventuell korrigiert werden
Damit auch dort vorhandene Chancen möglichst gut genutzt werden, bräuchte es aus Sicht von Albers entsprechend regulatorische Anpassungen, z.B. in den Baugesetzen des Bundes.
Auf zwei Prozent der Fläche ließen sich laut BWE-Berechnungen rund 200 GW Leistung installieren, die aus heutiger Sicht 770 TWh sauberen Strom liefern können. Dafür seien 30 – 35.000 Anlagen erforderlich. Angesichts des Krieges in der Ukraine und der dadurch ausgelösten Krise der fossilen Energieträger meint der Bundesverband, dass die Strommengenziele eventuell sogar nach oben korrigiert werden müssten. Dann reichten auch zwei Prozent der Landesfläche für den Windkraftausbau nicht mehr. (lm)



