Erst jüngst hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Strombedarfsprognose seines Ministeriums für die kommenden Jahre korrigiert. Die Energiewende und die damit voranschreitende Sektorenkopplung wird den Stromverbrauch bis 2030 deutlich in die Höhe treiben. Zudem Ergebnis kommt auch eine neue Kurzstudie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) im Auftrag von Greenpeace.
So soll der Strombedarf die kommenden neun Jahre um den Faktor 1,2 bis 1,4 im Vergleich zum heutigen Bedarf ansteigen. Bis 2045 soll der Anstieg sogar den Faktor 2 bis 2,5 erreichen. Machbar wird das nur mit einem zügigen und ambitionierten Erneuerbaren-Ausbau.
Bis zu 49 GW an Solarthermie benötigt
Im Jahr 2020 wurden rund 45 Prozent des Bruttostromverbrauchs durch erneuerbare Technologien (PV, Wind, Biomasse und Wasserkraft) bereitgestellt, der Rest kam aus fossilen und nuklearen Kraftwerken. »Um 100 Prozent unseres, bis dahin nochmal stark gestiegenen, Strombedarfs mit Erneuerbaren zu decken, müssen wir im Vergleich zu heute das 6 bis 8-fache an Photovoltaik-Leistung installieren«, erklärtChristoph Kost, Leiter der Gruppe Energiesysteme und Energiewirtschaft am Fraunhofer ISE. Das sind 303 bis 446 GW im Vergleich zu den 54 GW installierter PV-Leistung Ende 2020.
Um solche Leistungsmengen zu installieren, sehen die Forschenden vor allem Potenzial auf integrierte PV-Technologien, wie Fassaden-PV, Floating- oder Agri-Systeme. Immerhin brauchen nicht nur Solarstrom-Anlagen künftig Platz, sondern auch die Solarthermie. Von aktuell 15 GW installierter Wärmeleistung, müssen die Solarthermie-Systeme auf 45 bis 49 GW Leistung ausgebaut werden, so die Studie.
750 neue Arbeitsplätze pro GW
Diese Kraftanstrengungen werden sich letztlich jedoch nicht nur für das Klima lohnen, sondern auch für die Wirtschaft, vorausgesetzt Firmen und Produktionsstätten können in Deutschland gehalten und neu angesiedelt werden. So gehen die Wissenschaftler*innen davon aus, dass pro GW an PV-Modulproduktionskapazität 750 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Weitere 3.500 Arbeitsplätze pro Gigawatt entstehen durch die Installation von PV-Kraftwerken. (lm)



