Der Ausbau von Photovoltaik (PV)-Dachanlagen für Gewerbe und Industrie ist für die Energiewende unverzichtbar. Doch noch scheitern viele Projekte, was auch an den Kosten für den Netzanschluss liegt. Denn: Bei Solaranlagen mit einer Leistung von mehr als 30 Kilowattpeak (kWp) tragen die Betreiber die Kosten für die Erweiterung des Netzanschlusses von der Anlage zum möglichen neuen Netzverknüpfungspunkt selbst.
Die Stadt Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) will nun Abhilfe schaffen. Deshalb finanziert die Verwaltung den Ausbau großer Photovoltaikanlagen mit bis zu 1000 Euro pro kW installierter Leistung. Die Maßnahme ist Teil eines Projekts des kommunalen Energieversorgers Badenova aus dem "Zukunftsfonds Klimaschutz".
Antrag mit Netzanschluss
Der maximale Förderbetrag ist dabei auf 50.000 Euro gedeckelt. Eine erste geförderte Anlage mit 240 kW Leistung entsteht bereits in einem Freiburger Industriegebiet. Laut den Förderrichtlinien beträgt das Budget zunächst 300.000 Euro für die Jahre 2023 und 2024.
Möglich ist der Zuschuss für alle Photovoltaikanlagen größer als 30 kWp Leistung, für die nicht die gesetzliche PV-Pflicht nach dem Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg gilt, also etwa keine Neubauten und grundlegende Dachsanierungen. Interessierte können den Zuschuss gemeinsam mit dem Antrag auf den Anschluss einer Anlage ans Netz bei Badenova Netze stellen.
Biomasse ausgereizt
Freiburg möchte bis 2035 klimaneutral sein. Ohne einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien sei das nicht möglich, teilt die Stadt mit. Deshalb habe der Gemeinderat eine Windkraft- und Photovoltaikoffensive angekündigt.
Bis 2030 soll die Windkraftproduktion verzehnfacht und die Solarenergie verfünffacht werden. Denn in der Photovoltaik steckt neben der Windkraft das Hauptpotenzial für erneuerbaren Strom, so die Stadt weiter. Die Möglichkeiten für Wasserkraft und Strom beziehungsweise Wärme aus Biomasse werden bereits weitgehend genutzt. (jk)



