Nach Daten der Plattform Energy-Charts fuhren die beiden Blöcke des Trianel-Gaskraftwerks in Hamm im August 2020 zu 67 Prozent auf Volllast. Im August 2021 war es weniger als ein Prozent.

Nach Daten der Plattform Energy-Charts fuhren die beiden Blöcke des Trianel-Gaskraftwerks in Hamm im August 2020 zu 67 Prozent auf Volllast. Im August 2021 war es weniger als ein Prozent.

Bild: © Trianel

Der Gasanteil an der Nettostromerzeugung in Deutschland ist im August eingebrochen. Wie Daten der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts zeigen, trug der Energieträger nur 4,6 Prozent zum Strommix bei – der tiefste Monatswert in diesem Jahr.

Im Vorjahreszeitraum hatte der Gasanteil noch satte 11,6 Prozent betragen. Ohnehin muss man bis ins Jahr 2015 zurückgehen, um einen noch niedrigeren Gas-Prozentsatz in einem August zu finden. Damals waren es laut Energy-Charts 3,0 Prozent.

Gasmangel in Europa

Im Wesentlichen dürfte das geringe Gasangebot auf dem deutschen Markt zu diesem Rückgang geführt haben. Unter anderem hatte ein Brand in der russischen Gasaufbereitungsanlage Nowy Urengoi den Gasfluss über das brandenburgische Mallnow erheblich gedrosselt.

Zudem steuerten LNG-Tanker im vergangenen Monat lieber Asien an, weil die dortige Zahlungsbereitschaft mit um die 50 Euro pro MWh höher war als in Europa.

Windenergie legt zu

Heiße Sommertage vor allem in Südeuropa trugen zusätzlich dazu bei, dass die Gaspreise auch in Europa nach oben kletterten, bisweilen auf mehr als 47 Euro pro MWh. Damit wurde auch die Verstromung von Gas zunehmend unattraktiver.

Gegenläufig zum bisherigen Jahrestrend trugen erneuerbare Energien diesen August mehr als die Hälfte zum Strommix bei, laut Energy-Charts nämlich 52,3 Prozent. Vor allem die Windenergie legte mit insgesamt 21,5 Prozent kräftig zu. So viel hatte der Energieträger noch nie zuvor in einem August zur Stromerzeugung beigetragen.

Braunkohle deutlich vor Gas

Zu Beginn des Jahres sah es aus, als rücke Gas im deutschen Strommix immer näher an die Braunkohle heran. Getrieben wurde dieser Trend insbesondere von steigenden CO2-Preisen, die den Brennstoffwechsel von Kohle zu Gas begünstigten. Bei der Verfeuerung von Kohle wird ungefähr doppelt so viel Kohlenstoffdioxid ausgestoßen wie bei Gas.

Inzwischen liegt aber die Braunkohle wieder deutlich vorn. Nach Daten der Energy-Charts wurden in diesem Jahr 18,6 Prozent des deutschen Strommixes mit Braunkohle erzeugt und nur 10,9 Prozent mit Gas. (aba)

Mehr zum Thema Gas: In der am Montag erscheinenden neuen ZfK-Printausgabe zeichnet Energy-Brainpool-Experte Calvin Triems nach, wie sehr sich Nachrichten über russisches Erdgas bereits auf die Preisentwicklung in Europa auswirken. Zudem erklärt Marktanalyst Joachim Endress, wie sich Stadtwerke für volatile Gasmärkte rüsten können. Beide Artikel finden Sie auf S. 24.

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