Der Regelarbeitsmarkt könnte Bilanzkreisverantwortlichen nun wieder deutlich größere Sorgen bereiten.

Der Regelarbeitsmarkt könnte Bilanzkreisverantwortlichen nun wieder deutlich größere Sorgen bereiten.

Bild: © Jason Blackeye/unsplash

Großbritannien ist vergangenen Mittwoch offenbar einem größeren Stromausfall nur knapp entkommen. Um im Südosten Londons einen Blackout zu verhindern, zahlte der landesweite Netzbetreiber National Grid kurzfristig 9724 Pfund pro MWh, wie zuerst der US-Nachrichtendienst Bloomberg berichtete. Das sind umgerechnet rund 11.500 Euro.

Das Vereinigte Königreich erlebte vergangenen Mittwoch den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen – mit Spitzentemperaturen von mehr als 40 Grad Celsius. Um trotz ungewöhnlich hohen Energieverbrauchs die Netzspannung zu halten, musste National Grid demnach zu Höchstpreisen aus Belgien einkaufen.

Sorgenkind Frankreich

In der Regel ist Strom in Großbritannien deutlich günstiger. Am Dienstag wurde am Day-Ahead 1 MWh Strom für umgerechnet 364 Euro gehandelt. In Deutschland waren es für denselben Lieferzeitpunkt 424 Euro pro MWh, wie Daten der Kurzfristbörse Epex Spot zeigen. Auch hierbei handelt es sich um enorm hohe Werte.

Auch am Terminmarkt kletterten die Preise infolge der Gazprom-Ankündigung, seine ohnehin reduzierten Liefermengen über die Pipeline Nord Stream 1 zu halbieren, weiter nach oben. Das Base-Standardprodukt für das Lieferjahr 2023 notierte am Dienstagnachmittag bei 370 Euro pro MWh – ein Sprung von rund 30 Euro pro MWh im Vergleich zum Vortag, wie Grafiken im ZfK-Datenraum zeigt.

Gasverstromung gestiegen

Westeuropas Strommärkte leiden derzeit unter exorbitant hohen Temperaturen und etlichen Ausfällen im französischen Kernkraftwerkspark. So wurden in Frankreich in der vergangenen Woche nur noch 4 TWh Strom produziert – ein neuer Tiefstand in diesem Jahr und laut Professor Bruno Burger vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme der niedrigste Wert überhaupt.

Wohl auch deshalb stieg die Gasverstromung in Deutschland vergangene Woche im Vergleich zu den Vorwochen deutlich – auf 1,28 TWh. Lediglich in den Winterwochen 2, 3 und 4 wurde dieses Jahr bislang mehr Gas verstromt.

Steinkohlestrom rückläufig

Zugleich ging die Stromerzeugung aus Steinkohle (0,86 TWh) leicht zurück, während die Stromproduktion aus Braunkohle (2,07 TWh) etwas zulegte. (aba)

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