Die Gaspreisrallye der letzten Tage zeigt Wirkung – und treibt auch die Strompreise für die kommenden Lieferjahre nach oben. Am Mittwochnachmittag notierte das Frontjahr (Cal-25) an der Energiebörse EEX bei 96 Euro pro Megawattstunde (MWh). Das war ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vormonatswert und ein Plus von mehr als zehn Prozent seit dem 22. Juli.
In der Vorwoche war der Strompreis sogar noch höher gelegen. In der Spitze kostete das Jahresband 97 Euro pro MWh. Zur psychologisch wichtigen 100-Euro-Schwelle war es da nicht mehr weit.
Krisenherd Naher Osten
Marktbeobachter verwiesen zuletzt nicht nur auf Korrosionsschäden an französischen Kernkraftwerken, die in der vergangenen Woche eingepreist wurden, sondern auch auf neuerliche Unsicherheiten im Nahen und Mittleren Osten.
Der Iran und seine Verbündeten wollen sich an Israel rächen, nachdem der jüdische Staat hochrangige Personen der Terrorgruppen Hamas und Hisbollah getötet hat. Eine Ausweitung des Konfliktes könnte Erdgaslieferungen aus dem Mittleren Osten empfindlich beeinträchtigen. Damit verbundene Risiken werden schon jetzt in Gaspreisen sichtbar.
Börsensturz mit preisdämpfender Wirkung
Weil Gaskraftwerke auf dem Strommarkt oft preissetzend sind, schlägt sich die Rallye auch dort nieder – und das nicht nur im kommenden Jahr. Auch die Strompreise für die Lieferjahre 2026 und 2027 gingen nach oben: innerhalb eines Monats von 83 auf 88 Euro pro MWh für das Lieferjahr 2026 – und von 75 auf 78 Euro pro MWh für das Lieferjahr 2027.
Preisdämpfende Wirkung entfaltete Anfang dieser Woche der Kurssturz an internationalen Börsen. Dahinter steht die Befürchtung, dass die globale Konjunktur mehr schwächeln könnte als bislang gedacht. In der Folge würde wohl auch die Nachfrage nach Energie niedriger ausfallen. Die Korrektur auf den Strom- und Gasmärkten zu Wochenbeginn war am Mittwoch aber offensichlich schon wieder vorbei.
Gaspreise mit neuem Jahreshoch
Der Frontmonat am Gashandelsplatz TTF stieg am Mittwoch auf über 38 Euro pro MWh, was ein neues Jahreshoch bedeutete. Wer sich für die kommenden Wintermonate eindecken wollte, musste noch tiefer in die Tasche greifen. Der Februarkontrakt notierte beispielsweise bei 42 Euro pro MWh. (aba)
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