In den nächsten Jahren fallen mehr als 630.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der EEG-Förderung, schätzt die ASEW.

In den nächsten Jahren fallen mehr als 630.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der EEG-Förderung, schätzt die ASEW.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Die Preise für "grüne" Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreement, PPA) sind im dritten Quartal 2023 nur leicht gestiegen. Wie der PPA-Preisindexbericht des Dienstleisters LevelTen Energy zeigt, haben die Preise im 25. Perzentil (P25 ) für den aus Wind- und Solarenergie kombinierten Index von LevelTen europaweit um 2 Prozent zugelegt. Obwohl zwischen den Märkten und Technologien erhebliche Unterschiede bestehen, scheinen die Preise im Jahr 2023 insgesamt stabiler zu sein als im Jahr 2022, als es nach dem Krieg in der Ukraine zu dramatischen Anstiegen kam, teilt der Betreiber des weltweit größten PPA-Markplatzes mit.

Trotz des Rückgangs der Gaspreise trieb die komplexe Energiemarktdynamik in den letzten Monaten demnach in ganz Mitteleuropa die Preise auf Solarmärkten wie Frankreich, Deutschland, Polen und anderen Ländern in die Höhe. Ein drohender Arbeitskräftemangel belastet auch die Projektfinanzierungsmodelle und führt dazu, dass die EPC-Kosten für Solarentwickler höher ausfallen, heißt es in dem Bericht.

Moment der Preisstabilität

"Der Anstieg der P25-PPA-Preise um 2 Prozent im vergangenen Quartal stellt eine leichte Verschiebung im Vergleich zu den letzten Jahren dar, als es üblich war, sehr starke Preissprünge zu erleben", wird Frederico Carita, Global Director, Developer Engagement, LevelTen Energy, zitiert.

Käufer sollten diesen Moment der Preisstabilität daher nutzen, um ihre Bedürfnisse angesichts der wachsenden Unternehmensnachfrage nach europäischen PPAs effizient und sicher zu decken, so Carita weiter.

Der P25-Preisindex von LevelTen stellt PPA-Preise im 25. Perzentil dar. Alle PPA-Preisdaten im LevelTen-Bericht basieren auf den Preisen, die Entwickler für PPA-Verträge anbieten, und nicht auf den gehandelten PPA-Preisen.Bild: © LevelTen Energy

Einheitliche Trends

Obwohl die Hälfte der in diesem Bericht abgedeckten europäischen Märkte nur einen leichten Anstieg oder sogar einen Rückgang der Solarpreise verzeichnete, gab es Ausnahmen, darunter Frankreich (11 Prozent Anstieg), Deutschland (10 Prozent), Schweden (8 Prozent) und Polen (6 Prozent). Die relative Einheitlichkeit dieser Trends lässt sich wahrscheinlich auf die Preisdynamik im Zusammenhang mit der Energiewirtschaft in ganz Mitteleuropa zurückführen, so LevelTen.

Eine Rolle spiele dabei beispielsweise die verringerte französische Kernenergieproduktion, die als ein Beispiel für die engen Beziehungen zwischen den Stromgroßhandelsmärkten der beiden Länder genannt werden könne. Entwickler bewerten demnach Projekte anhand der Energiegestehungskosten, der Investitionsausgaben, der Betriebsausgaben, der Zinssätze und anderer Alternativen, die ihnen möglicherweise zur Verfügung stehen.

PPAs werden attraktiver

Deutschland sei ein Markt, den man im Auge behalten sollte, so die Experten weiter. Staatliche Contract-for-Difference-Systeme würden aufgrund des starken Wettbewerbs unter Entwicklern an Wert verlieren. Dies bedeute, dass Entwickler dort PPAs wahrscheinlich eher als praktikablen Weg zur Markteinführung in Betracht ziehen würden.

Stärker als in den Vorquartalen würden die Preise in Europa zudem durch ein höheres Umsatzrisiko beeinflusst. Nicht nur, dass sich die Preiskannibalisierung immer weiter ausbreitet und den Wert des PPA verringert, auch Kürzungen werden immer häufiger.

Solarboom in Spanien

Besonders akut werde dieses Problem in Spanien, einem Markt, der in den vergangenen Jahren einen spektakulären Ausbau der Solarenergie erlebt hat. Der spanische PPA-Markt beheimatet weiterhin den größten Prozentsatz an Angeboten auf dem LevelTen Energy Marketplace und machte im dritten Quartal 2023 mehr als ein Viertel aller europäischen PPA-Angebote aus.

In einigen Märkten wie Polen habe die schnell wachsende Kapazität erneuerbarer Energien dazu geführt, dass Netzbetreiber die Solarstromerzeugung drastisch eingeschränkt oder sogar Anlagen für saubere Energie vorübergehend vom Netz genommen hätten. Polens beträchtliche Kohlekapazität, die nur schwer schnell hoch- und runtergefahren werden könne, mache es für neue Nutzer erneuerbaren Energiequellen schwieriger, zum Strommix beizutragen. Obwohl sie wirtschaftlich unattraktiver sind und negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, verdrängt fossile Energie die Erzeugung sauberer Elektrizität vom Netz, weil diese betrieblich unflexibel sind, so LevelTen. (jk)

Hier geht es zum vollständigen Bericht.

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