Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben die Systemrelevanz des Vattenfall Kraftwerks Moorburg geprüft und mitgeteilt, dass Moorburg nicht systemrelevant ist. Das Kraftwerk wird damit komplett stillgelegt, teilte Betreiber Vattenfall mit. Zudem soll die Nutzung von Kohle bis spätestens zum 7. Juli 2021 endgültig beendet sein.
Seit Ende 2020 Reserve-Kraftwerk
Der Betrieb des umstrittenen Kraftwerks ist bereits am 18. Dezember 2020 eingestellt worden, das Kraftwerk wird seitdem in Reserve vorgehalten.
"Das Ergebnis der Prüfung durch die Übertragungsnetzbetreiber bedeutet, dass wir die Stilllegung des Kraftwerks weiter planmäßig vorantreiben können – entsprechend der Strategie von Vattenfall, innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen", kommentierte Christian Barthélémy, Deutschland-Chef von Vattenfall den Vorfall.
Grüner Wasserstoff statt schwarzer Kohle
Am Standort des Kohlekraftwerks könnte künftig im großen Stil grüner Wasserstoff produziert werden, wie Ende Januar bekannt wurde. Dazu unterzeichneten der Ölkonzern Shell, der Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI), der bisherige Kraftwerksbetreiber Vattenfall sowie die kommunale Wärme Hamburg eine Absichtserklärung.
Neben dem Bau eines Elektrolyseurs mit mindestens 100 Megawatt Leistung sei die Entwicklung des Standorts zu einem sogenannten Green Energy Hub vorgesehen. Dabei soll auch untersucht werden, wie die bestehende Infrastruktur zur Energieerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien genutzt werden kann.
Idealer Standort für Wasserstoff
Sollten die Partner über ihre Absichtserklärung hinausgehen und sich tatsächlich für Investitionen entscheiden, könnte von 2025 an grüner Wasserstoff erzeugt werden. Zur Verwirklichung des Projekts sollen noch im ersten Quartal bei der Europäischen Union Fördermittel im Rahmen des Programms "Important Projects of Common European Interest" (IP CEI) beantragt werden.
Der Standort Moorburg ist aus Sicht der Partner ideal, weil er sowohl an das nationale 380.000-Volt-Übertragungsnetz als auch an das 110.000-Volt-Netz der Stadt angebunden ist, Überseeschiffe ihn direkt anlaufen und die Kai- und Hafenanlage als Importterminal nutzen können. Zudem seien in der Nähe zahlreiche potenzielle Abnehmer für grünen Wasserstoff angesiedelt.



