Blick auf den Torre Iberdrola in Bilbao (Spanien).

Blick auf den Torre Iberdrola in Bilbao (Spanien).

Bild: © Rojo/AdobeStock

Der europäische PPA-Markt boomt. Nach Angaben des Schweizer Beratungshauses Pexapark wurden allein im März längerfristige Direktlieferverträge oder PPAs für Erneuerbare-Kapazitäten von mehr als 2,5 GW geschlossen. Das sei der höchste gemessene Monatswert, schreibt das Unternehmen. Gezählt wurden lediglich öffentlich bekanntgegebene PPAs.

Demnach machte der spanische Stromriese Iberdrola gleich mit drei PPAs auf sich aufmerksam. So wird der Konzern den US-Onlinehändler Amazon mit Strom aus dem Ostsee-Windpark Baltic Eagle (476 MW) versorgen, sobald dieser voraussichtlich 2024 errichtet ist.

PPA-Großkunde Mercedes-Benz

Dazu soll Elektrizität aus dem benachbarten Windanker (300 MW, Fertigstellung für 2026 geplant) kommen. Amazon sichert sich so jährlich 1,1 TWh erneuerbaren Strom.

Iberdrola gewann mit dem Autohersteller Mercedes-Benz vor wenigen Wochen einen zweiten Großkunden. Vereinbart wurden hier mehr als 140 MW aus dem Ostsee-Windpark Windanker. Ein dritter Streich gelang den Spaniern vergangene Woche. Den Strom abnehmen will in diesem Fall der Stahlriese Salzgitter, der sich 114 MW Grünstrom aus dem Windpark Baltic Eagle sicherte.

72 statt 86 Euro pro MWh

Im Vergleich zu den ersten Monaten des Vorjahres scheinen PPAs wieder deutlich attraktiver zu sein. Während im März 2022 gerade einmal insgesamt 417 MW kontrahiert wurden, stieg die Zahl der vertraglich gesicherten PPA-Kapazitäten in den vergangenen beiden Monaten auf jeweils zwei GW.

Ein wesentlicher Faktor für die neue Dynamik auf dem PPA-Markt dürften Stromgroßhandelspreise sein, die sich nach dem Ausnahmejahr 2022 zuletzt deutlich stabilisiert haben. Laut Pexapark-Preisindex für PPAs mit einer Laufzeit von zehn Jahren bewegte sich der Strompreis in Deutschland Ende März 72 Euro pro MWh. Vor einem Jahr waren es noch knapp 86 Euro pro MWh gewesen. (aba)

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